Passanten in der Hamburger Innenstadt: 2021 steht in Deutschland die nächste Volkszählung an. Foto: Georg Wendt/Illustra
Passanten in der Hamburger Innenstadt: 2021 steht in Deutschland die nächste Volkszählung an.  Foto: Georg Wendt/Illustration 

Bundestag gibt grünes Licht für umfassende Volkszählung

Wie schon beim Zensus 2011 sollen vorwiegend bereits vorhandene Verwaltungsdaten genutzt werden. Nur in Fällen, in denen die Daten nicht ausreichen, soll es stichprobenartige Befragungen der Bürger geben.

Die Kosten für die öffentlichen Hand werden auf 994 Millionen Euro geschätzt. Einem Zeitungsbericht zufolge gibt es hier allerdings Widerstand aus den Bundesländern, weil sie den Löwenanteil von 722 Millionen Euro bezahlen sollen. «So wie es aussieht, werden die Länder den Vermittlungsausschuss anrufen», sagte Schleswig-Holsteins Bevollmächtigter beim Bund, Ingbert Liebing (CDU), der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Das Gesetz ist im Bundesrat zwar nichts zustimmungspflichtig, aber im Vermittlungsausschuss könnte die Angelegenheit erheblich verzögert werden.

Mit den geplanten Kosten von insgesamt 994 Millionen Euro würde die Volkszählung deutlich teurer als vor zehn Jahren, als lediglich 667 Millionen Euro für Vorbereitung, Erhebung, Aufbereitung und Evaluierung fällig wurden. Als Gründe für die Kostensteigerung werden die allgemeine Preisentwicklung sowie gestiegene Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit genannt. Zudem habe das Bundesverfassungsgericht zur Korrektur der Einwohnerzahlen eine größere Haushaltsstichprobe als 2011 verlangt.