«Wir brauchen den Mietpreisdeckel für ganz Deutschland»: Thorsten Schäfer-Gümbel. Foto: Wolfgang Kumm
«Wir brauchen den Mietpreisdeckel für ganz Deutschland»: Thorsten Schäfer-Gümbel. Foto: Wolfgang Kumm

Schäfer-Gümbel fordert bundesweiten Mietendeckel

Es gehe um eine Atempause im Mietmarkt. «Wir gewinnen damit Zeit, um zu bauen, zu bauen und noch einmal zu bauen.» Neue Stadtteile müssten entstehen und zudem Wege gesucht werden, «wie wir Arbeit zurück aufs Land bekommen, damit Leute überhaupt nicht in die Situation kommen, in Ballungsräume ziehen zu müssen», so Schäfer-Gümbel.

«Wir brauchen den Mietpreisdeckel für ganz Deutschland», sagte der kommissarische SPD-Chef. «Wir werden das in der Koalition in den nächsten Tagen ansprechen und zum Thema machen.» Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin plant in der Hauptstadt von 2020 an einen Mietendeckel. Damit soll etwa die Verdrängung von Mietern verhindert werden, die ihre Mieten nicht mehr zahlen können. «Ziel muss sein, dass Menschen höchstens ein Drittel ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen», sagte Schäfer-Gümbel.

Auch seine Parteikollegin Eva Högl betonte die Relevanz einer temporären Mieten-Einfrierung. «Wir haben Handlungsbedarf beim Thema Wohnen und Mieten», sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Eine Deckelung sei juristisch «auf jeden Fall» haltbar, sagte sie. Im Landesrecht sei Spielraum für preisregulierende Maßnahmen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird heute als Gastrednerin beim Deutschen Mieterbund in Köln erwartet. Bei der Jahresversammlung des Mieter-Sprachrohrs dürfte Merkel den Unmut über steigende Mieten und knappen Wohnraum in Deutschland zu spüren bekommen. In Berlin treibt die Bürgerinitiative «Deutsche Wohnen und Co enteignen» ihre Pläne für bezahlbaren Wohnraum voran. Mit der Übergabe einer Unterschriften-Sammlung unternimmt sie den nächsten Schritt für ein Volksbegehren zu Enteignungen von Wohnungskonzernen.