Mit einem Regenschirm trotzt eine Radfahrerin im bayerischen Garmisch-Partenkirchen dem Regen. Foto: Angelika Warmuth
Mit einem Regenschirm trotzt eine Radfahrerin im bayerischen Garmisch-Partenkirchen dem Regen.  Foto: Angelika Warmuth 

Temperatursturz um fast 20 Grad im Norden, Gewitter im Süden

Vor allem im Norden und Nordwesten führt das nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu merklich kühleren Temperaturen, die bei Höchstwerten von 19 bis 23 Grad dort noch nicht einmal für einen meteorologischen Sommertag reichen. Weiter südlich ist es nicht nur wärmer, sondern zunächst auch schwül.

Nachdem für Montag in Nordbayern heftige Gewitter und lokaler Starkregen erwartet wurden, soll es am Dienstag zu einer Wetterberuhigung kommen. Im Norden sind bei Wolken und Temperaturen von 16 bis 20 Grad gelegentliche Schauer zu erwarten. Im Süden ist es hingegen überwiegend heiter und sonnig, mit Temperaturen zwischen 21 und 28 Grad aber längst nicht mehr so heiß.

Vielerorts wäre Regen jetzt segensreich. In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel wütet der nach offiziellen Angaben größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes. Betroffen seien 430 Hektar auf einem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen etwa 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Das Gelände sei hochgradig mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwere, sagte Umweltminister Till Backhaus: «Die Sicherheit von Leib und Leben hat jetzt oberste Priorität.» Die Feuerwehrleute dürften sich aus Sicherheitsgründen dem Brandgebiet nur bis auf 1000 Meter nähern. Rauchschwaden zogen bis nach Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Trotz der Gefahr durch Explosionen kämpfen Feuerwehrleute in Südhessen weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe eines ehemaligen Munitionsdepots. Man rechnet dort noch mit Löscharbeiten bis Mittwoch. Die heißen Temperaturen der vergangenen Tage haben auch die Waldbrandgefahr in Bayern steigen lassen. Im Nationalpark Bayerischer Wald sei daher das Grillen bis auf Weiteres verboten, teilte die Parkverwaltung am Montag mit. Dort galt die zweithöchste Warnstufe.

Ostsee-Urlauber wurden derweil von Hitzeschäden ausgebremst. Die A1 in Lübeck wurde am Montag in Richtung Norden voll gesperrt. Die Umleitung führte durch das Lübecker Stadtgebiet. Laut Polizei war durch die Hitze ein Stück Beton gesprungen, dieses drückte sich hoch.

Es gibt aber auch Positives zu berichten. Der außergewöhnlich warme Juni hat den Berliner Schwimmbädern die höchsten Besucherzahlen seit Jahren beschert. Mehr als eine Million Gäste seien im vergangenen Monat gezählt worden, teilten die Berliner Bäderbetriebe am Montag mit. Damit sei der bisherige Spitzenwert aus dem Juli 2013 übertroffen worden - damals hatten sich 978.000 Besucher abgekühlt.