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Glück ist für viele ein unfassbares Gefühl. Andere wiederum können ihr Glück an diversen Faktoren festmachen - am Geld, am Erfolg, am familiären Umfeld oder auch am Glück, das ihnen ihre Freizeit beschert. 
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Familie, Freunde und die Möglichkeit, die freie Zeit gemeinsam zu verbringen, ist für viele Menschen Glück pur. 
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In Finnland (hier im Bild zu sehen ist die Stadt Helsinki) leben die glücklichsten Menschen. 

Glückspilze unter sich. Was Glück bedingt und was jeder Einzelne tun kann

565.000 Euro gewann ein Lotto-Spieler aus Vaihingen/Enz direkt am ersten Samstag des neuen Jahres. Damit knüpfte er vermutlich direkt an die Glückssträhne an, die ganz viele Baden-Württemberger im Jahr 2019 gehabt haben sollen. Im Bundesland haben Spieler in Summe 23 Millionen Euro gewonnen. Beinahe zeitgleich mit dem ersten Glückspilz gewann ein Pforzheimer 100.000 Euro bei der Rentenlotterie Glücksspierale. Während es bereits im Vorjahr im Bundesland so viele Gewinner wie seit neun Jahren nicht mehr gab, zeigt sich deutschlandweit ein anderes Bild – und zwar mit einer fallenden Anzahl an Gewinnern. Damit könnte Baden-Württemberg beinahe schon als Land der Glückspilze bezeichnet werden. Doch was ist Glück eigentlich?

Tipps für angehende Glückspilze. So können sie selber ihr Glück schmieden

Auch wenn die Volksweisheit „jeder ist seines Glückes Schmied“ nicht mehr bedenkenlos verwendet werden darf, weil mit Blick auf diese Abhandlung der Verdacht bestehen könnte, dass das Nichts-Tun folgerichtig in Pech mündet, so gibt es doch einige Parameter, die jeder Mensch selbst in die Hand nehmen kann. Unabhängig davon, was Politik und Wirtschaft für das jeweilige Land auszurichten versuchen (darum geht es beim World Happiness Report, der gleich noch Thema sein wird), sind die gefühlt wichtigsten Glücksfaktoren diese: Gesundheit, Familie, Arbeitsplatz, Zeit, Geld sowie Freude über die kleinen Dinge des Lebens und eigene Erfolge. Nachmachen ist gar nicht so schwer:

  • Gesundheit. Da heute kein Mensch mehr davor gefeit ist, unverschuldet an einer schweren Krankheit zu erkranken, ist es sinnvoll, sich auf die Dinge zu stürzen, die beeinflusst werden können: Eine gesunde Ernährung, reichlich Flüssigkeit, viel Bewegung und frische Luft sind keine unerschwinglichen Dinge – und helfen doch dabei, einen gesunden und glücklichen Geist und Körper zu bekommen.
  • Familie. Niemand kann wählen, in welchen familiären Verhältnisse er aufwächst – wohl aber gibt es die Möglichkeit, die Verhältnisse wahrzunehmen und abzuwägen, ob diese zukunftsträchtig sind. Ein wacher, reflektierter Umgang mit den Menschen im engsten Umfeld hilft auf dem Weg zum Glück.
  • Geld. Es wäre vermessen zu behaupten, dass Geld überbewertet sei, denn Geld schafft auch den Zugang zu Möglichkeiten. Ohne die nötigen finanziellen Mittel kann es deutlich schwieriger sein, beispielsweise eine sehr gute Ausbildung zu absolvieren. Auch schreckt der Faktor Geld heute immer mehr junge Menschen davon ab, eine Familie zu gründen.
  • Freizeit. Glück in der Freizeit zu erfahren, kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. Während die einen es für Glück erachten, wenn sie beim sportlichen Wettkampf erfolgreich sind, ist für andere die Definition von Freizeit-Glück wesentlich unspektakulärer. So empfinden manche eine gehörige Portion Zeit mit Freunden, Familie und für sich selbst bereits als Glück. Andere wiederum suchen ihr Glück im Glücksspiel – wie die Lottospieler, die bereits in diesem Jahr satte Gewinne abgeräumt haben oder jene, die hier einen Blick auf die neuesten Boni beim Online-Glücksspiel haben.

Deutlich wird an dieser Stelle auch: Persönliches Glück zu erfahren, muss eine Aufgabe jeder Einzelperson sein.

Glück ist messbar. Das sagt ein Blick auf die Auswertungen der UNO

Auch wenn die Glückspilze in der Region bereits Anfang des Jahres ausgemacht werden konnten, scheint Glück kein regionales Phänomen zu sein – und ist auch mitnichten punktuell wahrnehmbar. Das Netzwerk für nachhaltige Entwicklung der UNO misst das Glückslevel im jährlichen World Happiness Report. In die Berechnung fließen Daten ein, die über das Bruttoinlandsprodukt, die Lebenserwartung, das soziale Angebot, das Vertrauen in die Regierung, die Entscheidungsfreiheit und die Bereitschaft zu Spenden erhoben wurden. Damit zeigt sich auch: Das Glück, das den Pforzheimer Glückspilzen bereits Anfang des Jahres beim Lotto hold war, geht nicht etwa in die Berechnung des Glücks-Index ein. Dennoch reizt ein Blick auf die Auswertung:

  • Im Jahr 2019 landete Finnland mit 7769 Punkten auf Platz 1. Dänemark (7600), Norwegen (7554), Island (7494) und die Niederlande folgten (7488). Deutschland landete mit 6985 Punkten auf Rang 17. Der Süd-Sudan landete mit 2853 Punkten auf Rang 156.
  • Im Jahr 2018 landete Finnland mit 7632 Punkten auf Platz 1. Norwegen (7594), Dänemark (7555), Island (7495) und die Schweiz (7487) folgten. Deutschland landete mit 6965 Punkten auf Rang 15. Die Zentralafrikanische Republik landete mit 2693 Punkten auf Rang 155.
  • Im Jahr 2017 landete Norwegen mit 7537 Punkten auf Platz 1. Dänemark (7522), Island (7504), die Schweiz (7494) und Finnland (7469) folgten. Deutschland landete mit 6951 Punkten auf Rang 16. Die Zentralafrikanische Republik landete mit 2693 Punkten auf Rang 155.

Auch wenn diese Werte lediglich den Glücksindex der letzten drei Jahre zeigen, so wird doch klar, dass die Länder Skandinaviens ebenso wie die Schweiz die Nase vorn haben in diesem Glücksindex, der sich auf die Werte stützt, die auch für das ökonomische Wachstum verantwortlich zeichnen. Wer ein inhaltliches Fazit ziehen möchte, kommt beispielsweise zu diesem Schluss: Ein gutes soziales Netz, eine lange Lebenserwartung und ein hohes Einkommen sind die Faktoren, die die nordischen Glückspilze besonders schätzen – auch wenn sie mitunter hohe Steuern zu bezahlen haben. Gegenüber der Politik zeigen die Glückspilze aus dem Norden zufrieden. Bedingungslos glücklich sind die Menschen im Norden jedoch auch nicht. In Finnland ist die Rate jener, die an Depressionen leiden oder gar Selbstmord begehen, besonders hoch.