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Novomatic gehört zu den Größen im Bereich des Glücksspiels. 

Novomatic in der Krise – der Glücksspielriese kämpft mit hohen Verlusten

Novomatic gehört zu den Größen im Bereich des Glücksspiels. Es gibt kaum einen passionierten Spieler, dem das Unternehmen kein Begriff ist. Angesichts der beeindruckenden Erfolgsgeschichte ist das nicht verwunderlich. Schließlich war der Gründer von Novomatic, Johann Graf, einst ein gewöhnlicher Metzger. Inzwischen ist er Milliardär und hat ein riesiges Imperium. Die aktuelle Situation ist jedoch keineswegs erfreulich. Novomatic steckt in der Krise und die Zukunft ist ungewiss. Doch womit hängt das überhaupt zusammen?

Die Pandemie hat massive Auswirkungen

Die Auswirkungen der Pandemie betreffen viele Unternehmen und die Glücksspielindustrie ist hiervon nicht ausgenommen. Stefan Lengefeld von CasinoBlox.com hat diesbezüglich Folgendes geäußert: "Die gesamte Branche befindet sich in einer heiklen Situation, aber Novomatic steht noch vor anderen Herausforderungen." Dieses Zitat beschreibt die aktuelle Situation ganz gut und wir möchten zu einem späteren Zeitpunkt genauer darauf eingehen. Fakt ist, dass die Auswirkungen der Pandemie sich in den Umsätzen niederschlagen. Die Gewinne gehen zurück, da viele Spieler zum Zocken nicht mehr nach Las Vegas gehen, sondern die Slots in Macau vorziehen. Angesichts der hohen Infektions- und Todeszahlen in den USA ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. Und auch wenn die Situation anderer Branchen kritischer ist, bleibt doch die Frage, wie es nun weitergehen soll. Zumal die politische Lage beziehungsweise die strengen Glücksspiel-Regelungen in Staaten wie Deutschland und Österreich die Lösungsfindung erschweren.

Um die Situation besser nachvollziehen zu können, sollten wir einen Blick auf die aktuellen Zahlen werfen. Laut dem Analyst Patrick Janssen werden die Einnahmen für 2019 rund 40 % geringer ausfallen, was eine Summe von etwa 700 Millionen Euro ausmacht. Hinzukommen Schulden in Höhe von rund 450 Millionen Euro, welche das Unternehmen binnen 12 Monaten zurückzahlen muss. Das gesamte Ausmaß der Schulden beträgt sogar circa 1 Milliarde Euro. Novomatic verfügt zwar über ausreichende finanzielle Mittel, aber um seine positive Kreditbewertung weiterhin beibehalten zu können, wird das Unternehmen die Schuldenquote senken müssen. Abgesehen davon hat Novomatic immer noch mit den Auswirkungen eines politischen Skandals zu leiden. Viele Finanzexperten fragen sich daher, was Johann Graf, einer der reichsten Österreicher der Welt, tun wird, um der Lage Herr zu werden. Mit Sicherheit wird die Krise nicht das Ende von Novomatic sein, aber das ist ein Umstand, der den Gründer nicht beruhigen dürfte.

Ibiza-Affäre macht Novomatic zu schaffen

Bereits vor der Pandemie war die Situation von Novomatic alles andere als optimal, da der Konzern in einen politischen Skandal verwickelt gewesen ist. Die Affäre, bei der Vizekanzler Heinz-Christian Strache auf der spanischen Insel Ibiza bei einem Finanzierungsgespräch mit einer russischen Spenderin gefilmt wurde, hat die Welt erschüttert. Die damalige Regierung Österreichs wurde gestürzt und das Land versank kurzzeitig in eine politische Krisensituation. Infolge des Skandals kam es auch zu Hausdurchsuchungen durch die Polizei und nicht nur Regierungsbeamte waren betroffen. Auch Johann Graf und weitere Führungskräfte von Novomatic waren Ziel der Durchsuchungen. Der Vorwurf der Korruption macht dem Unternehmen bis heute zu schaffen. Angeblich sollen Gelder in Höhe von hunderttausenden Euros geflossen sein. Dies wurde zwar dementiert, aber die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.

Sollte es zu einer Strafverfolgung kommen, könnte das Novomatic einen herben Schlag versetzen und selbst wenn nicht, ist das Unternehmen womöglich dazu gezwungen, seine Präsenz in Österreich zurückzuschrauben. Dass dies mit massiven Verlusten verbunden und angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Lage nicht förderlich wäre, dürfte klar sein. Doch es könnte um einiges schlimmer aussehen, denn weder Johann Graf noch sein Unternehmen sind mit der aktuellen Situation alleine. Novomatic hat viele Unterstützer, darunter auch namhafte Politiker. Angesichts dessen, was die Firma für die österreichische Wirtschaft getan hat, ist das nicht verwunderlich. Allein die Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen gehört zu den Dingen, die man dem Unternehmen zugutehalten muss.

Eine Erfolgsgeschichte wie aus dem Bilderbuch

Kaum ein österreichischer Unternehmer genießt ein so hohes Ansehen wie Johann Graf. Zugegebenermaßen ist seine Erfolgsgeschichte beeindruckend. Der heutige Milliardär lebte einst zusammen mit seinen Eltern in einer kleinen Wiener Wohnung mit Gemeinschaftstoilette. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er eine Karriere als Metzger, aber dabei sollte es nicht bleiben. Fünfzig Jahre später gehörte Graf mit einem Nettovermögen von stattlichen 5 Milliarden Euro zu den reichsten Menschen der Welt.

Das Unternehmen hat Sitze in 43 Ländern und betreibt selbst eigene Casinos. Anfangs importierte Graf Flipperautomaten aus Belgien, doch es brauchte nicht lang, bis er seine eigenen Spielautomaten produzierte. Tatsächlich war Novomatic sogar eines der ersten Unternehmen, das bei seinen Slots auf eine Touchscreen-Technologie setzte. Heute wird die Firma vor allem mit Spielen wie American Poker, Book of Ra und Sizzling Hot in Verbindung gebracht. Bei allen handelt es sich um Games, die Spieler auf der ganzen Welt kennen. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Novomatic den Weg aus der Krise findet.