Der Sportartikelhersteller Adidas hat im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM und guter Geschäfte in Nordamerika und Chi
Der Sportartikelhersteller Adidas hat im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM und guter Geschäfte in Nordamerika und China glänzend verdient. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Adidas übertrifft Gewinnerwartungen

«Wir sind erfolgreich ins Jahr gestartet, mit zweistelligen Umsatzzuwächsen in China und im E-Commerce-Geschäft», sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted.

Das Wachstum hingegen flaute im ersten Quartal ab. Das Adidas-Management hatte bereits im März über Produktionsengpässe geklagt, die das erste Halbjahr belasten werden.

Da sich das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder beschleunigen dürfte, halten die Herzogenauracher aber an ihrer Jahresprognose fest. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Währungsbereinigt lag das Plus bei 4 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte das Umsatzwachstum währungsbereinigt noch 8 Prozent erreicht. Der Konzern kann derzeit die hohe Nachfrage ausgerechnet bei Bekleidung im mittleren Preissegment nicht vollständig bedienen, da die Kapazitäten derzeit nicht ausreichen.

Getrieben wurde das Umsatzplus im ersten Quartal von einer guten Nachfrage in China, Russland sowie den Schwellenländern. In Nordamerika legte Adidas leicht um 3 Prozent zu.

Dagegen musste das Unternehmen in Südamerika sowie Europa einen Rückgang hinnehmen. Das Geschäft in Europa schwächelt bereits seit einiger Zeit, Adidas konnte der nachlassenden Begeisterung für die Retro-Schuhklassiker wie Stan Smith oder Superstar nicht schnell genug Neues entgegensetzen.

Trotz des abflauenden Wachstums hat Adidas die Profitabilität deutlich verbessert. Das Betriebsergebnis wuchs um gut 17 Prozent auf 875 Millionen Euro und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Dabei profitierte Adidas unter anderem von niedrigeren Beschaffungskosten sowie günstigeren Währungsentwicklungen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften stieg um 16,5 Prozent auf 631 Millionen Euro. Adidas hatte sich 2017 von seinem Geschäft mit Golf- und Eishockey-Ausrüstung getrennt. Zur besseren Vergleichbarkeit nennt der Konzern seither das Ergebnis der fortgeführten Geschäfte.

In der zweiten Jahreshälfte soll sich das Wachstum wieder beschleunigen. Erwartet Adidas im ersten Halbjahr aufgrund der Lieferprobleme einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 3 bis 4 Prozent, soll dieser im Gesamtjahr dann bei 5 bis 8 Prozent liegen.

Pünktlich zum 70. Firmenjubiläum hat der Puma- und Nike-Rivale vor zwei Wochen sein neues Arena-Gebäude am Stammsitz Herzogenaurach fertiggestellt. Es erinnert optisch an ein Fußballstadion und bietet 2000 Mitarbeitern Platz. Offiziell in Betrieb genommen wird die Arena am 9. August, wenn Adidas seinen 70. Geburtstag feiert. Adi Dassler hatte das Unternehmen am 18. August 1949 in Herzogenaurach gegründet.