Ein ICE auf der Hochgeschwindigkeitstrasse bei Neuwied. Die Bahn will weitere Strecken für besonders schnelle Zugfahrten
Ein ICE auf der Hochgeschwindigkeitstrasse bei Neuwied. Die Bahn will weitere Strecken für besonders schnelle Zugfahrten ausbauen. Foto: Boris Roessler

Bund will weitere Hochgeschwindigkeitstrassen für Fernzüge

Die Deutsche Bahn soll künftig auch auf den Strecken zwischen Frankfurt und Mannheim, Würzburg und Nürnberg sowie Hannover und Berlin bis zu 300 Kilometer pro Stunde fahren können, wie der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Zuerst hatte die «Wirtschaftswoche» darüber berichtet.

Zur Beschleunigung des Bahnverkehrs zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin ist bereits eine neue ICE-Trasse für Tempo 300 zwischen Hannover und Bielefeld in der Planung, wie Ferlemann der dpa am Wochenende gesagt hatte. Bevorzugt werde eine Trassenführung entlang der Autobahn 2.

Es wird mit Milliardenkosten gerechnet. Ferlemann sprach von langfristigen Projekten. «Das kommt nicht von heute auf morgen.» Die Bahn müsse auch neue Fahrzeuge besorgen, dies dauere seine Zeit.

Die jüngste, vierte ICE-Generation ist allerdings langsamer als ihre Vorgängerin. Die Züge erreichen lediglich eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde. Die Bahn prüft, ob diese sich auf Tempo 265 erhöhen lässt.

Die Trassenprojekte stehen in Zusammenhang mit dem geplanten Deutschland-Takt. Für Bahnreisende soll in den nächsten Jahren ein grundlegend neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen aufgebaut werden. Die Bundesregierung strebt an, bis 2030 eine engere Verzahnung von Nah- und Fernverkehr umzusetzen. Insgesamt soll dies zu kürzeren Fahrtzeiten führen.

«Wir begrüßen das Engagement des Bundes, Maßnahmen für einen Deutschlandtakt voranzutreiben», sagte eine Bahnsprecherin. «Hierzu sind wir mit dem Bund in Gesprächen, auch für die Strecken BerlinHannover und WürzburgNürnberg. Die Planungen zu FrankfurtMannheim laufen bereits.»