Der Schaden zulasten des Staates durch sogenannte «Cum-Ex»-Deals geht in die Milliarden. Foto: Arne Dedert
Der Schaden zulasten des Staates durch sogenannte «Cum-Ex»-Deals geht in die Milliarden. Foto: Arne Dedert

«Cum-Ex»-Ermittlungen gegen Deutsche Bank ausgeweitet

Die seit August 2017 gegen zwei ehemalige Mitarbeiter der Bank untersuchende Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen «gegen weitere ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder eingeleitet», bestätigte ein Sprecher von Deutschlands größtem Geldhaus in Frankfurt am Main. Er äußerte sich nicht zu einzelnen Personen. Zuvor hatten «Süddeutsche Zeitung», NDR und WDR darüber berichtet.

Mit der Maßnahme solle eine Verjährungsfrist unterbrochen werden, hieß es bei der Bank weiter. «Das ist ein übliches Vorgehen, und die Staatsanwaltschaft ist so auch bei anderen Banken verfahren», sagte der Sprecher. Die Bank gehe nicht davon aus, «dass diese prozessuale Maßnahme auf einer geänderten Einschätzung durch die Staatsanwaltschaft beruht». Auch die Einschätzung der Bank zum «Cum-Ex»-Sachverhalt habe sich nicht verändert. Die Deutsche Bank habe an einem organisierten «Cum-Ex»-Markt weder als Leerverkäuferin noch als «Cum-Ex»-Erwerberin teilgenommen. Es gehe um Ermittlungen im Zusammenhang mit «Cum-Ex»-Transaktionen ehemaliger Kunden.

Bei «Cum-Ex»-Geschäften schieben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit («cum») und ohne («ex») Ausschüttungsanspruch zwischen Beteiligten hin und her. Am Ende ist dem Fiskus nicht mehr klar, wem sie überhaupt gehören. Die Folge: Finanzämter erstatten Kapitalertragsteuern mehrfach, obwohl die Steuer nur einmal gezahlt wurde. Der Schaden zulasten des Staates soll in die Milliarden gehen. 2012 wurde den «Cum-Ex»-Deals per Gesetzesänderung ein Riegel vorgeschoben.