SAS-Chef Rickard Gustafson zeigt sich nach der Einigung erleichtert. Foto: Fredrik Persson/Tt/TT NEWS AGENCY/dpa
SAS-Chef Rickard Gustafson zeigt sich nach der Einigung erleichtert. Foto: Fredrik Persson/Tt/TT NEWS AGENCY/dpa

SAS-Maschinen fliegen wieder - Pilotenstreik beendet

Während die meisten der SAS-Maschinen an den skandinavischen Drehkreuzen Kopenhagen, Stockholm und Oslo wieder regulär zu ihren Flugzielen abhoben, wurden vereinzelt noch Flüge gestrichen, darunter Verbindungen in die USA und einige innerskandinavische Strecken.

Manche Flüge starteten mit leichten Verspätungen. An deutschen Standorten wie Frankfurt, Hamburg und München landeten die SAS-Flieger planmäßig.

Damit geht eine turbulente Woche für die Fluggesellschaft sowie für Skandinavien-Urlauber und Geschäftsreisende zu Ende. Sieben Tage lang hatten die Piloten von SAS für mehr Gehalt und bessere Planbarkeit ihrer Arbeitszeit gestreikt, was große Teile des skandinavischen Flugbetriebs lahmgelegt hatte.

Rund 4000 SAS-Flüge fielen bis einschließlich Donnerstag aus, mehr als 380.000 Passagiere waren betroffen, darunter auch auf mehreren Verbindungen nach Deutschland. Von SAS-Partnern betriebene Maschinen waren dagegen geflogen.

Der Pilotenstreik war schließlich nach zähen Schlichtungsgesprächen mit einer Tarifvereinbarung beendet worden. «Ich kann erleichtert darüber informieren, dass wir diesen Konflikt jetzt hinter uns lassen können», sagte SAS-Chef Rickard Gustafson am späten Donnerstagabend. Er räumte gleichzeitig ein, dass es eine Weile dauern könne, bis der Flugverkehr wieder vollständig angelaufen sei.

Gemäß der auf drei Jahre angelegten Vereinbarungen erhalten die Piloten 2019 eine Lohnerhöhung um 3,5 Prozent, gefolgt von drei Prozent 2020 sowie vier Prozent 2021. Hinzu kommen unter anderem Zugeständnisse bei der Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten im Cockpit.

SAS selbst kostete der Pilotenstreik einen Millionenbetrag. Wie hoch die finanziellen Belastungen gewesen seien, könne man noch nicht sagen, teilte die Airline mit. Experten schätzten die täglichen Verluste auf umgerechnet rund sechs bis acht Millionen Euro.

Die skandinavischen Pilotengewerkschaften, die 545 norwegische, 492 schwedische und 372 dänische Piloten vertreten, hatten 13 Prozent mehr Lohn sowie eine bessere Planbarkeit der Arbeitszeiten gefordert.

SAS hatte angeführt, diese Forderungen würden erhebliche Kostensteigerungen für die Fluglinie nach sich ziehen und damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und die Jobs aller SAS-Mitarbeiter gefährden. Seit Mittwochmittag wurde in Oslo unter Vermittlung eines Schlichters hinter verschlossenen Türen über diese Punkte gestritten - knapp anderthalb Tage lang.