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Der Microtherm-Firmensitz in Würm wird aufgegeben.  Foto: Meyer 

35 von 57 Arbeitsplätzen bei Microtherm in Pforzheim gerettet

Pforzheim. Aufatmen im Würmtal: Die Pforzheimer Microtherm-Gruppe wird von der Prettl Unternehmensgruppe aus Pfullingen übernommen. Wie die IG Metall Pforzheim am Mittwoch mitteilt, ist zum 1. Dezember 2020 im Rahmen eines Asset Deals die Übernahme des Geschäftsbetriebs des Herstellers von Temperaturfühlern und Schaltern in Pforzheim-Würm sowie die Tochtergesellschaften der Microtherm GmbH in Tschechien, China und Indien an die PrettlGruppe endgültig erfolgt.

Wie die Pforzheimer IG Metall weiter mitteilt, konnte die Investorenlösung mit Prettl trotz der schwierigen Begleitumstände der Corona-Krise erreicht werden. Möglich wurde dies laut dem Gewerkschaftssekretär der IG Metall Pforzheim, Arno Rastetter, auch durch die gute Unterstützung von Kunden, Lieferanten und der Beschäftigten, die den Betrieb bei Microtherm aufrechterhielten.

Auch die Agentur für Arbeit hat ebenso wie der Betriebsrat und die IG Metall selbst, zusammen mit dem Insolvenzverwalter an der gefundenen konstruktiven Lösung mitgearbeitet. Dadurch konnten immerhin 35 der 57 Arbeitsplätze gerettet werden. Durch den Kaufpreis war es weiter möglich, dem größten Teil der 22 nicht übernommenen Beschäftigten eine Auffanglösung für bis zu zwölf Monate in der Transfergesellschaft Mypegasus anzubieten. Sechs von ihnen sind bereits zum 1. Dezember übergetreten, weitere neun Beschäftigte werden im Frühjahr 2021 noch folgen. „Diese Lösung ist materiell das Maximale, was wir in Anbetracht des Insolvenzrechts für die Beschäftigten rausholen konnten“, so der Gewerkschafter. Kritik übt Rastetter aber an der bisherigen Unternehmensführung, die zu zögerlich investiert habe sowie an den Verantwortlichen der Prettl-Gruppe, welche die Tarifbindung im Betrieb nicht weiterführen wollen.

Lothar Neff

Lothar Neff

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