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Porsche-Vorstandschef Oliver Blume (am Rednerpult) stellt den Namen des vollelektrischen Porsche vor: Taycan. Foto: Löffler
Porsche-Vorstandschef Oliver Blume (am Rednerpult) stellt den Namen des vollelektrischen Porsche vor: Taycan. Foto: Löffler
Betriebsratschef Uwe Hück (links) und Vorstandsmitglied Albrecht Reimold bei der Jubiläumsfeier. Foto: Löffler
Betriebsratschef Uwe Hück (links) und Vorstandsmitglied Albrecht Reimold bei der Jubiläumsfeier. Foto: Löffler
13.06.2018

70 Jahre Porsche: Unternehmen setzt weiter auf Pforzheim

Stuttgart. Porsche ist nach wie vor an einem Standort in Pforzheim interessiert. Das bekräftigte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Uwe Hück gegenüber der PZ am Rande der 70-Jahr-Feier des Sportwagen- und Geländewagenbauers im Porsche-Museum Stuttgart.

Im Beisein von Albrecht Reimold, Mitglied des Vorstands für Produktion und Logistik, dessen Vertrag im März vorzeitig verlängert worden war, machte Hück in Richtung Oberbürgermeister Peter Boch und Gemeinderat jedoch deutlich: „Die Infrastruktur muss stimmen, dann kann das etwas werden.“

Porsche feiert 70. Geburtstag mit Jubiläumsmodell

Der Zuffenhausener Autobauer gab bereits im vergangenen Jahr seine Pläne bekannt, wonach Porsche einen sogenannten „Supplier Park“ errichten will, ein großes Gelände, auf dem sich die Zuliefer-Firmen niederlassen können. Diese für Pforzheim sensationelle Nachricht wurde seinerzeit im Vorfeld des OB-Wahlkampfs bekannt, als Amtsinhaber Gert Hager (SPD) mit Boch (CDU) um den obersten Posten im Rathaus rang. „Das war keine Wahlkampfhilfe damals“, versicherte SPD-Mitglied Uwe Hück jetzt im PZ-Gespräch. Wie der damalige Amtsinhaber Hager dem Gemeinderat erklärt hatte, verzahne ein „Supplier Park“ die konzerneigene Fertigung eng mit den Zulieferbetrieben. Damit verbunden seien viele Arbeitsplätze in der Produktion, die einen Schwerpunkt in innovativen Antriebsformen haben dürfte. Frage an Hück: Wie soll es nun weitergehen mit den Planungen eines „Supplier Parks“? Auch der neue Oberbürgermeister Boch habe offene Türen beim Porsche-Management für weitere Gesprächen, sagte er. Wie von der PZ berichtet, baut ThyssenKrupp System-Engineering bereits an einem neu errichteten Standort im Enzkreis einen Maschinenpark zur Fertigung von Karosserien für den E-Porsche auf. Geschäftsführer Ingo Steinkrüger freute sich beim symbolischen ersten Spatenstich für das Karosseriewerk: „Wir sind glücklich und stolz, hier in Mühlacker Bestandteil der ‚Mission E‘ von Porsche zu sein.“

„Lebhaftes, junges Pferd“

Was bisher unter „Mission E“ als Arbeitstitel firmierte, hat jetzt einen festen Namen: „Er heißt Taycan“, gab der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Oliver Blume, bei dem Empfang vor geladenen Gästen im Zuffenhausener Porsche-Museum bekannt. Der Begriff stamme aus dem Orientalischen und bedeute „lebhaftes, junges Pferd“. Gleichzeitig präsentierte Blume bei der Veranstaltung einen „Porsche 911 Speedster Concept“, der möglicherweise in die Serienproduktion gehen könnte. Das Fahrzeug sei sozusagen ein Geburtstagsgeschenk des Autobauers. Er feiert 2018 an mehreren Standorten über das Jahr hinweg sein 70-jähriges Bestehen. Den Auftakt machte am Freitagabend der Empfang an einem symbolischen Datum. Der legendäre Porsche 356 hatte am 8. Juni 1948 seine Betriebserlaubnis erhalten. Das Datum gilt deshalb als Geburtsstunde der Marke.

Wie Wolfgang Porsche (75) bei der Feier erklärte, sei der „356 Nr. 1 Roadster“ wegen der Kriegswirren damals noch in der kleinen Gemeinde Gmünd in Kärnten gebaut worden. Nach dem Krieg kam die Automobilproduktion zurück an den Stammsitz in Stuttgart. Wolfgang ist der jüngste Sohn des Ingenieurs Ferry Porsche (1909 -1998), der den Sportwagen entwickelte und der Enkel von VW- Käfer-Konstrukteur Ferdinand Porsche (1875-1951). Derzeit hat der 75-Jährige die Funktionen als Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG und der Porsche SE.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) freute sich in seiner Festrede über die bevorstehende Produktion des vollelektrischen Sportwagens „Taycan“. Dieser könne die Grünen mit dem Autobauer versöhnen, der früher „keine leichte Kost“ für die Partei gewesen sei.