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Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin fährt am Flughafen Tegel zur Startbahn. Für die insolvente Fluggesellschaft gibt es auch über Lufthansa hinaus mehrere Mitbewerber. Foto: Britta Pedersen
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin fährt am Flughafen Tegel zur Startbahn. Für die insolvente Fluggesellschaft gibt es auch über Lufthansa hinaus mehrere Mitbewerber. Foto: Britta Pedersen
22.08.2017

Air Berlin: Harte Konkurrenz um Filetstücke

Wer bekommt was aus der Erbmasse der Air Berlin? Um die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat ein Poker begonnen, in dem ein Spieler die besten Karten hat. Mit hohem Tempo gehen die Verkaufsverhandlungen nun in die entscheidende Phase.

Das Unternehmen spricht mit der Lufthansa und mindestens zwei weiteren Interessenten. Die Bundesregierung unterstützt eine Aufteilung in mehrere Unternehmensteile, betont aber gleichzeitig, wie wichtig eine starke internationale Stellung der Lufthansa sei (siehe Infokasten). Interesse an der Air-Berlin-Erbmasse sollen außerdem die Gesellschaften Easyjet, Condor, Tuifly sowie der frühere LTU-Eigner Hans-Rudolf Wöhrl bekundet haben. Etliche Probleme müssen noch aus dem Weg geräumt werden. In trockenen Tüchern ist bislang nur wenig: Die Lufthansa hat sich bereits im vergangenen Jahr ein gutes Viertel der 144 Air-Berlin-Jets gesichert. 38 Maschinen sind für die Lufthansa-Töchter Austrian und Eurowings unterwegs. Sie werden zwar mit Air-Berlin-Crews geflogen, gehören aber dem Lufthansa-Konzern oder sind von diesem angemietet worden. Nach Einschätzung des Luftverkehrsexperten Gerd Pontius wird diese Einheit mit einer eigenen Betriebsgenehmigung ausgelagert. Lufthansa sitzt bereits im Gläubigerausschuss, weil man der Air Berlin im Dezember 130 Millionen Euro Vorschuss für die in den folgenden sechs Jahren abzuleistenden Flüge gezahlt hat.

Die am heftigsten umkämpfte Perle im Air-Berlin-Portfolio ist der österreichische Touristikflieger Niki mit seinen geringen Kosten und einer modernen Airbus-Flotte. Ebenfalls umworben sind 17 Langstreckenjets, die von Düsseldorf und gelegentlich auch von Berlin zu touristisch attraktiven Fernzielen fliegen. In den Verhandlungen müssen wettbewerbsrechtliche Aspekte stets mitbedacht werden, denn der Deal wird auf europäischer Ebene überprüft.