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So wird das neue Hochregallager von Amazon mit Schmalspur-Gabelstaplern aussehen. Foto: AMAZON
So wird das neue Hochregallager von Amazon mit Schmalspur-Gabelstaplern aussehen. Foto: AMAZON
Die Redakteure Lothar Neff, Katharina Lindt sowie Magnus Schlecht und PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer (von links) im Gespräch mit Alexander Bruggner und Thorsten Schwindhammer. Foto: Ketterl
Die Redakteure Lothar Neff, Katharina Lindt sowie Magnus Schlecht und PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer (von links) im Gespräch mit Alexander Bruggner und Thorsten Schwindhammer. Foto: Ketterl
Alexander Bruggner erläutert die Pläne für den Umbau.
Alexander Bruggner erläutert die Pläne für den Umbau.
08.02.2019

Amazon stapelt höher: Zehn Millionen Euro für Logistikzentrum in Pforzheim

Amazon wächst in der Goldstadt in eine neue Dimension: Durch den Umbau der Hochregale können dort künftig rund zwei Millionen Artikel mehr eingelagert werden. Bisher sind es in Spitzenzeiten bis zu 3,7 Millionen. „Amazon investiert über zehn Millionen Euro in die Umrüstung“, erläutert Standortleiter Alexander Bruggner im PZ-Gespräch.

Damit erlebt die Niederlassung den größten Umbau seit der Inbetriebnahme im Jahr 2012. Schon jetzt liegt der Standort im internen Ranking ganz weit vorne. 30 der weltweit 150 Logistikzentren von Amazon sind wie der Pforzheimer auf größere Artikel wie Waschmaschinen, Gartenschläuche und Lego-Ritterburgen spezialisiert.

Flächenmäßig ausgereizt

„Den 1300 Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass der Standort Pforzheim im weltweiten Amazon-Netzwerk geschätzt wird und bereits viele Innovationen vorangetrieben hat“, so Bruggner. „Diese Investition ist auch ein Vertrauenbeweis.“ Flächenmäßig ist das Logistikzentrum voll belegt. „Wir können derzeit nur in die Höhe wachsen“, erläutert der Pforzheimer Manager. „Nach oben hatten wir in der Halle noch bis zu zehn Meter Luft.“ Die Schmalspurregale ragen künftig bis zu zwölf Meter nach oben. Durch die schmaleren Gänge müssen 115 neue Hochregalstapler von Jungheinrich angeschafft werden. Das macht rund die Hälfte der Investitionen aus. „Die Bestellungen von größeren Artikeln werden immer wichtiger, um den Kunden eine große Auswahl und schnelle Lieferungen zu garantieren.“ Rund 300 Mitarbeiter werden für die neuen Fahrzeuge geschult. Roboter – wie an einigen Amazon-Standorten eingeführt – werden in Pforzheim auch künftig nicht zum Einsatz kommen, versichert Bruggner. Der Betriebsrat sei in die Planungen frühzeitig eingebunden worden.

Das Handling der großen Artikel erfordere weiterhin menschlichen Einsatz, auch weil die Regale in großer Höhe angefahren werden müssen. 150 Saisonkräfte wurden übernommen, um die wachsenden Aufträge zu bewältigen, ergänzt Bruggner.

Umbau läuft

Der erste Teil des Umbaus soll bereits Ende März abgeschlossen sein. Der zweite Bauabschnitt erfolgt dann bis September, um für das Weihnachtsgeschäft gerüstet zu sein. „Ziel ist die Minimierung des Flächenbedarfs und die Maximierung der Umschlagleistung durch bestmögliche Gestaltung der Schnittstellen von Fahrzeug, Regal und Fußboden“, ergänzt Bruggner, der in Karlsruhe geboren wurde und in der Goldstadt aufgewachsen ist. Das Ein- und Auslagern von Paletten werde durch die Schmalspurgabelstabler deutlich erleichtert. Deren Einsatz ermögliche eine platzsparende Positionierung der Hochregale.