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Auch zahlreiche Witzenmann-Mitarbeiter trugen sich gestern vor der Kirche in Singen ins Kondolenzbuch ein. Foto: Ketterl
Auch zahlreiche Witzenmann-Mitarbeiter trugen sich gestern vor der Kirche in Singen ins Kondolenzbuch ein. Foto: Ketterl
02.06.2017

Angehörige und Freunde nehmen Abschied von Witzenmann-Chef Hans-Eberhard Koch

Remchingen. Mehrere Hundert Trauergäste haben gestern in der Evangelischen Kreuzkirche in Singen Abschied von Hans-Eberhard Koch genommen. Der Unternehmer, Chef der Pforzheimer Witzenmann-Gruppe, war in der Vorwoche überraschend im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung gestorben.

„Wir wissen, dass wir alle einmal sterben müssen“, rief Pfarrer Rudolf Kaltenbach den Trauernden in Erinnerung. „Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ In diesem Bewusstsein liege der Trost und die Aussicht auf das ewige Leben. „Hans-Eberhard Koch war ein optimistischer Mensch, der andere mit diesem Optimismus ansteckte“, betonte der Seelsorger. Mit bewegter Stimme nahm Mitgeschäftsführer Gerhard Flöck Abschied von Koch, den er schon aus Studentenzeiten kannte: „Wir verlieren einen großartigen Lenker unseres Unternehmens und einen großartigen Menschen.“ Er verliere einen Freund, mit dem er in der Geschäftsleitung 20 Jahre zusammenarbeitete. Orientiert an den Kundenbedürfnissen habe Koch stets ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter gehabt. „Nur wer vergessen wird, ist wirklich tot“, betonte Flöck. Grußworte sprachen auch Vertreter der Belegschaft und des Aufsichtsrats des Familienunternehmens. Dass man den Verstorbenen nicht vergessen werde, versicherte Aufsichtsratsvorsitzender Herbert Paschen. „Er wird uns allen fehlen.“ Die Todesnachricht habe alle tief erschüttert.

Das Traditionsunternehmen mit 4000 Beschäftigten weltweit wurde unter Kochs Führung zum Weltmarktführer für flexible metallische Leitungen. Er war zugleich aber auch ein Familienmensch, hinterlässt Ehefrau und drei erwachsene Kinder mit Familien.

Für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis würdigte Oberbürgermeister Gert Hager die Lebensleistung des Verstorbenen. „Mit Dr. Hans-Eberhard Koch ist eine große, hochgeschätzte Persönlichkeit von uns gegangen, deren außerordentliches unternehmerisches Wirken auch für die Stadt Pforzheim von großer Bedeutung war“, so Hager. Ich zolle meinen ausdrücklichen Respekt vor einer enormen Lebensleistung einer großen Unternehmerpersönlichkeit, die seit 1989 maßgeblich die Geschicke des Familienunternehmens lenkte und gestaltete.“ Das habe Koch stets mit großem Erfolg und dem richtigen Gespür für den wirtschaftlichen Zeitgeist getan. „Sein unerschöpfliches Engagement machte die Witzenmann GmbH zu einem besonders wichtigen Betrieb und bedeutenden Arbeitgeber.“ Er habe Koch stets als wichtigen Impuls- und Ratgeber kennen und schätzen gelernt.

Die Entwicklung des Wirtschafts- und Industriestandortes Baden-Württembergs lag ihm am Herzen, versicherte Wolfgang Wolf, geschäftsführender Vorstand des Landesverbands der Industrie (LVI). Er sei dankbar für die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Koch, der sich ehrenamtlich als LVI-Präsident engagierte. Dessen Verdienste als IHK-Vize-Präsident (seit 2001) würdigte Burkhard Thost. Koch habe immer zugehört und verstanden. „Ganzheitliches Abwägen, Respekt, Toleranz und Fairness prägten sein Wirken.“