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Die beiden Geschäftsführer Uwe Hill (links) und Carsten Nehls präsentieren mit einem Auszubildenden von Heimerle + Meule die Galvanik-App vor.  Foto: MRUT

App gegen Fachkräftemangel: MRUT entwickelt eine Lösung für Galvanik-Branche

Pforzheim. Der Namen MRUT, der etwas an eine russische Weltraumstation erinnert, steht für Meß-, Regel- und Umwelttechnik. Das Pforzheimer Unternehmen wurde vor über 45 Jahren von Schmuckfabrikant Roland Rauschmayer gegründet und ist bis heute eine feste Größe im Bereich der Umwelt-, Galvanik- und Abwassertechnik.

Durch die Verschmelzung mit der Nehls Kunststofftechnik und die Umfirmierung unter neuer Führung im Jahr 2016 hat die Geschäftsentwicklung deutlich an Dynamik gewonnen. „Industrie 4.0 und das Thema Fachkräftemangel sind auch in unserer Branche Themen, für die Lösungen und neue Ansätze benötigt werden“, sagt Uwe Hill, Geschäftsführer der MRUT GmbH. „Aus der Beschäftigung mit diesen Fragestellungen entstand die Idee für die neue App, die wir für die Galvanik-Branch entwickelt haben“, ergänzt Geschäftsführer Carsten Nehls.

Die Ausgangslage in den Betrieben ist klar: Im In- und vor allem im Ausland müssen immer mehr handbetriebene Galvaniken mit weniger Fach- und viel angelerntem Personal, bei gleichzeitig hoher Fluktuation, gute Qualität produzieren. „Die aufwendige Anleitung des Personals und eine sichere Dokumentation spielen hier eine tragende Rolle“, so Hill. Eine Situation, die den beiden Unternehmern fast täglich im Dialog mit ihren Kunden begegnet.

Aus dieser Erkenntnis heraus hat die MRUT GmbH eine einfache und kostenfreie Lösung für sogenannte Handgalvaniken entwickelt. Fachlich wurde sie bei der Entwicklung der App von Dr. Grischa Norman Drollinger von den Drollinger Metallveredelungswerken in Birkenfeld unterstützt sowie vom Premiumpartner Heimerle + Meule aus Pforzheim. Auf einfache Art und Weise kann die eigene Galvanikanlage in der App dargestellt werden.

Zudem können die notwendigen Prozesse sowie protokollrelevante Informationen hinterlegt werden. „Der Simulationsmodus erlaubt jetzt, mögliche Engpässe in der Fertigung sowie Abhilfen einfach und schnell zu überblicken“, erklärt Hill. Der Produktionsmodus führe den Anlagenbediener sicher durch die einzelnen Prozesse und zieht die Aufmerksamkeit automatisch auf die Bereiche, wo gerade Handlungsbedarf besteht. Neben der erhöhten Prozesssicherheit durch diese direkte Anleitung werde parallel ein Protokoll des Prozesses erstellt. Ohne jeden zusätzlichen Aufwand entsteht somit eine präzise Dokumentation.

Die App laufe autark auf einem Smartphone oder Tablet. Es sei keine Internet- oder Serveranbindung notwendig. Sie ist kostenlos im Apple Appstore und im Google Playstore verfügbar.

Lothar Neff

Lothar Neff

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