nach oben
Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt trotz höherer Arbeitslosigkeit im Vergleich von Dezember 2013/Januar 2014 einen positiven Trend. Im Januar 2013 lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent. Jetzt sind es 4,5 Prozent.
Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt trotz höherer Arbeitslosigkeit im Vergleich von Dezember 2013/Januar 2014 einen positiven Trend. Im Januar 2013 lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent. Jetzt sind es 4,5 Prozent. © Symbolbild: dpa
30.01.2014

Arbeitslosenquote im Januar erhöht, aber besser als 2013

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Dezember auf Januar um 1193 oder 9,2 Prozent auf 14111 gestiegen. Trotz des saisonal üblichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat entwickelt sich der regionale Arbeitsmarkt weiter positiv. Erstmals seit Juni 2012 lag die Arbeitslosigkeit wieder unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber Dezember um 0,4 Punkte auf 4,5 Prozent erhöht. Im Januar 2013 lag sie aber bei 4,7 Prozent.

„Wie immer wirkten sich im Januar die jahreszeitlich üblichen Entlassungen in den saison- und witterungsabhängigen Wirtschaftzweigen, das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen zum Jahresende sowie der Kündigungstermin zum Quartalsende im Angestelltenbereich negativ auf den Arbeitsmarkt aus. Die Ausgangslage ist jedoch gut. Ich gehe davon aus, dass der für die erste Jahreshälfte prognostizierte Konjunkturaufschwung im Frühjahr zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit führt“, so Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung.

Nur leichter Rückgang bei den freien Stellen

Der Arbeitskräftebedarf ist, bedingt durch die Feiertage zum Jahreswechsel und Betriebsferien im Januar, etwas zurückgegangen. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 807 freie Stellen gemeldet, 31 oder 3,7 Prozent weniger als im Vormonat aber auch 110 oder 15,8 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres.

Da insbesondere Männer in den witterungsabhängigen Außenberufen tätig sind, nahm von Dezember auf Januar vor allem die Zahl der arbeitslosen Männer zu, und zwar um 11,0 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Frauen erhöhte sich dagegen nur um 7,3 Prozent.

Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) im Vergleich zum Vormonat ein deutlicher Anstieg um 827 oder 14,2 Prozent auf 6664 Arbeitslose zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bereich (Hartz IV) gegenüber Dezember nur um 366 oder 5,2 Prozent auf 7447. Der Anteil der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III betrug 47,2 Prozent, 52,8 Prozent der registrierten Arbeitslosen zählten zum Bereich des SGB II.

Bad Wildbad kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit

Im Vergleich der Geschäftsstellenbezirke der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim bleibt Mühlacker mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent an der Spitze. Es folgen Calw mit 3,8 Prozent, Horb mit 4,0 Prozent, Freudenstadt und Nagold mit jeweils 4,3 Prozent und Pforzheim mit 5,0 Prozent. Schlusslicht bleibt Bad Wildbad mit einer Quote von 5,3 Prozent.

Vergleicht man die Landkreise miteinander, ergibt sich das gewohnte Bild: Der Enzkreis nimmt in Baden-Württemberg die Spitzenposition ein, Pforzheim bleibt das landesweite Schlusslicht.

Die Arbeitslosenquote in Pforzheim hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent erhöht. Im Januar 2013 lag sie bei 8,5 Prozent. Damit bleibt Pforzheim hinter Heilbronn Stadt (6,7 Prozent) und Freiburg (6,3 Prozent) Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4825 Personen arbeitslos gemeldet, davon 31,5 Prozent in der Arbeitslosenversicherung und 68,5 Prozent in der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote im Enzkreis hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent erhöht. Im Januar 2013 lag sie bei 2,9 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, vor Biberach (2,9 Prozent), Platz eins in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2941 Personen arbeitslos gemeldet, davon 59,9 Prozent in der Arbeitslosenversicherung und 40,1 Prozent in der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Calw liegt jetzt bei 4,3 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Dezember 2013. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 4,3 Prozent. Insgesamt waren 3547 Personen arbeitslos gemeldet, davon 52,7 Prozent in der Arbeitslosenversicherung und 47,3 Prozent in der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Freudenstadt liegt jetzt bei 4,2 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar 2013 lag sie bei 4,3 Prozent. Insgesamt waren 2798 Personen arbeitslos gemeldet, davon 54,1 Prozent in der Arbeitslosenversicherung und 45,9 Prozent in der Grundsicherung.

Stellenmarkt

Im Januar waren im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim 2869 offene Stellen gemeldet, 77 oder 2,6 Prozent weniger als im Dezember und 93 oder 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Das Angebot an offenen Stellen zeigt, dass es in unserer Region keineswegs an Arbeitsplätzen fehlt. Problematisch ist, dass viele Arbeitslose nicht die Qualifikationen für die ausgeschriebenen Stellen mitbringen“, so Schwab.