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Symbolbild dpa
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet damit, dass der Arbeitsmarkt in den kommenden drei Monaten stabil bleibt. Foto: Roland Weihrauch
01.12.2015

Arbeitslosenquote in Pforzheim wieder unter sieben Prozent

Erstmals seit acht Jahren ist die Arbeitslosigkeit in Pforzheim wieder unter sieben Prozent gesunken. Nach der Verkündigung der aktuellen Arbeitslosenzahlen von 6,9 Prozent für Pforzheim zeigt sich Oberbürgermeister Gert Hager mehr als erfreut: „Dieser Rückgang ist vor allem auf den starken Abbau der Arbeitslosigkeit im SGB II zurückzuführen, für den sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jobcenter engagiert und mit Erfolg einsetzen. Erfreulich daran ist, das der Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem auch langzeitarbeitslosen Menschen zu Gute kommt“.

So konnte die Zahl der Langzeitarbeitslosen im November auf 1391 Personen und damit um 52 Personen gesenkt werden. Die Stadt sieht sich in Ihrem Ansatz bestätigt, neben Maßnahmenbekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit auch Maßnahmen anzubieten, die verhindern, dass Menschen gar nicht erst langzeitarbeitslos werden. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Wirtschaftswoche“ im Rahmen eines Städterankings der Stadt Pforzheim gute Noten erteilt. So gingen in Pforzheim im Jahr 2014 54,5 Prozent der über 55-jährigen einer Beschäftigung nach. 67,4 Prozent der erwerbsfähigen waren Beschäftigt.

Im bundesweiten Ranking war das Platz 6. Einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit liefert in Pforzheim die JobAkademie. Bereits mit dem ersten Tag der Arbeitslosmeldungen im Jobcenter werden die Kundinnen und Kunden zur Unterstützung Ihrer Bewerbungsbemühungen an die JobAkademie verwiesen. „Das Prinzip so schnell wie möglich wieder Arbeit aufzunehmen, führte bislang bei 71 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Erfolg“, so Stephanie Schake, die Chefin des Jobcenters.

Verantwortungsvolle Arbeitsmarktpolitik müsse die Gleichberechtigung unterschiedlicher Gruppen an Arbeitslosen im Blick haben und die Auswirkungen von Maßnahmen auf die Arbeitslosigkeit und den Arbeitsmarkt berücksichtigen, so Sozialdezernentin Monika Müller. Und noch etwas darf nicht unerwähnt bleiben: „Die Senkung der Arbeitslosigkeit gelang trotz eines verstärkten Zugangs aus dem Bereich Asyl und von EU – Ausländern“, so Gert Hager. Allerdings sei davon auszugehen, dass im kommenden Jahr die Arbeitslosigkeit steigen werde, da Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung in den Hartz IV Bezug wechseln: „Für die meisten Flüchtlinge wird erst nach einem ausreichenden Spracherwerb eine Arbeitsaufnahme möglich sein, zudem fehlen oftmals Berufsabschlüsse. Unsere Arbeitsmarktpolitik steht daher vor einer ganz neuen Herausforderung, für die wir dringend zusätzliche Mittel vom Bund und die Möglichkeit eines sozialen Arbeitsmarkts als Übergangsmöglichkeit brauchen, „ so Monika Müller.

Arbeitsmarktentwicklung im Enzkreis

Die Arbeitslosenquote im Enzkreis ging von Oktober auf November um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie bei 2,7 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Tuttlingen, Platz zwei in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2833 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1634 (57,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1199 (42,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 235 Stellenangebote gemeldet. Das waren 59 oder 20,1 Prozent weniger als im Vormonat und neun oder 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind 963 offene Stellenangebote im Bestand, 36 oder 3,6 Prozent weniger als im November 2014.

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