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01.03.2011

Arbeitslosenquote in Region sinkt auf 5,2 Prozent

ENZKREIS/PFORZHEIM. „Sinkende Arbeitslosenzahlen und eine steigende Kräftenachfrage lassen auf die ersten Anzeichen einer Frühjahrsbelebung schließen“, berichtet Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote erholte sich im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent und liegt damit deutlich unter der Vorjahresquote von 6,7 %. Leider weist die Stadt Pforzheim weiterhin die höchste Arbeitslosenquote unter den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs aus. Der Enzkreis mit seiner Arbeitslosenquote von 3,3 % gehört dagegen zu den Top-5. Für den Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis wies die Statistik 3,8 % aus.

„Nach einem verhaltenen Jahresbeginn zeigte sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen sehr aufnahmefreudig, dies lässt sich am erhöhten Stellenzugang ablesen und daran, dass mehr Arbeitslose als im Vormonat und Vorjahr eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten“, unterstreicht Walter Reiber diese positive Entwicklung. Immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Pforzheim von Januar auf Februar um 336 auf 8473 zurückgegangen.

Von diesen 8473 Arbeitslosen entfallen 5082 Betroffene auf die Stadt Pforzheim und 3391 auf den Enzkreis. „Die schleppende Kräftenachfrage der ersten Wochen des Jahres hat inzwischen stark an Tempo gewonnen. Im Februar hatte sich die Personalnachfrage gegenüber dem Januar beinahe verdoppelt. Auch im Vorjahresvergleich konnten erneut mehr Stellenzugänge gezählt werden“, so Reiber.

Landesweit entwickelte sich die Arbeitslosigkeit ähnlich, während sich die Entwicklung des Stellenzugangs im Agenturbezirk Pforzheim wesentlich entspannter zeigte. Die Arbeitslosenquote gab landesweit um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 % nach. Es wurden rund 30.000 neue Stellen gemeldet, das waren landesweit knapp 63 % mehr als im Vorjahr. Für die Region Pforzheim und Enzkreis zog die Kräftenachfrage um 73,1 % im Vorjahresvergleich an.

„Wer gefüllte Auftragsbücher hat, wird sein eingearbeitetes Personal halten; dies spiegelt sich aktuell auf dem regionalen Arbeitsmarkt wider“, sagt Walter Reiber. Und: „Im Februar gingen so viele Stellenangebote bei meinem Arbeitgeberservice ein, wie es zuletzt vor zehn Jahren der Fall war.“ Von den knapp 800 neuen Personalanfragen meldete das Dienstleistungsgewerbe mit rund 300 Stellen den größten Anteil, 258 davon von Betrieben der Arbeitnehmerüberlassung.

Die restlichen rund 500 neuen Stellenangebote kamen direkt von Betrieben des ersten Arbeitsmarktes. Das Verarbeitende Gewerbe suchte 176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; schwerpunktmäßig ist der Maschinenbau und die Metallverarbeitung sowie die Elektrotechnik und die Schmuckindustrie zu nennen. Der Handel suchte 90 neue Arbeitnehmer, 50 Anfragen vom Gesundheitswesen kamen vor allem von Krankenhäusern und Arztpraxen. Das Hotel- und Gaststättengewerbe meldete Bedarf für 43 Personen.

Der Anteil der arbeitlosen Männer liegt mit 52,7 % deutlich über dem der Frauen mit 47,3 % aller Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote der Älteren ging um 0,5 Prozentpunkte auf 6,0 % zurück (Vorjahr: 7,0 %). „Der Fachkräftebedarf lässt immer mehr Arbeitgeber dazu übergehen die Berufs- und Lebenserfahrung gut ausgebildeter Älterer zu nutzen; die Zahlen sprechen für sich“, sagt Reiber.

Bei den Unter-25-Jährigen stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats auf 4,5 % (Vorjahr: 6,2 %). Deren Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit lag am Monatsende bei 10,2 %. Die Langzeitarbeitslosigkeit konnte leicht reduziert werden. 28,1 Prozent aller Arbeitslosen sind ausländischer Herkunft. Auch die Arbeitslosenquote der Ausländer reagierte mit einem Rückgang auf 11,9 % (Vorjahr: 15,0 %). tok