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01.04.2014

Arbeitslosenquote steigt in Pforzheim leicht an

Nach dem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl im Februar hat sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim im März wieder positiv entwickelt. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 155 oder 1,1 Prozent auf 13.993. Wesentlich deutlicher zeigen sich die Verbesserungen im Jahresvergleich. Vor einem Jahr waren noch 586 oder 4,0 Prozent mehr Menschen ohne Job.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent zurück. Im März 2013 lag sie noch bei 4,7 Prozent. Für den Rückgang der Arbeitslosigkeit mit verantwortlich ist, neben den frühlingshaften Temperaturen, die zunehmende Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice im März 1133 neu zu besetzende Arbeitsplätze gemeldet, 161 oder 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Die Aussichten, schnell einen passenden Arbeitsplatz zu finden, sind für Arbeitslose und Arbeitsuchende durch die gestiegene Kräftenachfrage der Unternehmen derzeit gut. Diese Chancen gilt es zu nutzen. Die Herausforderung für uns wird sein, die wachsende Zahl offener Stellen möglichst mit Arbeitslosen zu besetzen“, so Jürgen Schwab, Leiter der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Ein weiteres Indiz der positiven Entwicklung ist die gestiegene Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Beschäftigungsverhältnisse, für die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge entrichtet werden, sind im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim von Juni 2012 bis Juni 2013 um 3066 oder 1,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslose

Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt sich in deutlich niedrigeren Zugängen von Arbeitslosen aus einer Erwerbstätigkeit - in den ersten drei Monaten 2014 mit 4876 Personen 543 oder 10,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum - bei gleichzeitig mehr Abgängen in eine neue Beschäftigung (3000 oder plus 2,3 Prozent). Die Verbesserungen sind also sowohl auf weniger Entlassungen als auch auf mehr Einstellungen zurückzuführen.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Von den 13993 Arbeitslosen zählten 7430 oder 53,1 Prozent zum Rechtskreis des SGB II, also zum Bereich der Grundsicherung (Hartz IV). Erfreulich ist die Dynamik in beiden Rechtskreisen. Im Versicherungsbereich (Rechtskreis SGB III) ist die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres um 296 oder 4,3 Prozent, bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern um 290 oder 3,8 Prozent zurückgegangen.

Regionale Arbeitslosenquoten

Innerhalb der Geschäftsstellenbezirke verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im März uneinheitlich. In Bad Wildbad gab es einen Rückgang um 0,4 auf 4,8 Prozent. In Calw (3,6 Prozent), Nagold (4,2 Prozent) und Freudenstadt (4,1 Prozent) ging die Quote um jeweils 0,2 zurück. In Mühlacker liegt die Quote aktuell bei 3,2 Prozent (minus 0,1). Keine Veränderung gab es in Horb (3,9 Prozent). Ein Anstieg um 0,1 war in Pforzheim (5,2 Prozent) zu verzeichnen.

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,4 Prozent. Insgesamt waren 3385 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1773 (52,4 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1612 (47,6 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 326 Stellenangebote gemeldet. Das waren 13 oder 3,8 Prozent weniger als im Vormonat und 78 oder 31,5 Prozent mehr als im März 2013. Derzeit sind 871 offene Stellenangebote im Bestand, 22 oder 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,9 Prozent. Im März 2013 lag sie bei 2,8 Prozent. Damit liegt der Enzkreis, hinter Biberach (2,8 Prozent), auf Platz zwei in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 3018 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1847 (61,2 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1171 (38,8 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 317 Stellenangebote gemeldet. Das waren 53 oder 20,1 Prozent mehr als im Vormonat und 70 oder 28,3 Prozent mehr als im März 2013. Derzeit sind 845 offene Stellenangebote im Bestand, 91 oder 12,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent erhöht. Im März 2013 lag sie noch bei 8,7 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, deutlich hinter Freiburg (6,2 Prozent) und Heilbronn, Stadt (6,5 Prozent), Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4929 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1571 (31,9 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3358 (68,1 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 197 Stellenangebote gemeldet. Das waren 54 oder 21,5 Prozent weniger als im Vormonat und 54 oder 21,5 Prozent weniger als im März 2013. Derzeit sind 714 offene Stellenangebote im Bestand, 64 oder 9,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsstellenmarkt

In den ersten sechs Monaten des Berufsberatungsjahres (Oktober 2013 bis September 2014) wurden der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim insgesamt 3395 Ausbildungsplätze gemeldet, das waren 263 oder 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten Bewerber hat sich dagegen um 134 oder 4,1 Prozent auf 3104 verringert.

Ende März waren 1732 Bewerber noch unversorgt und 2009 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (minus 58 oder 3,2 Prozent) und mehr unbesetzte Berufsausbildungsstellen (plus 197 oder 10,9 Prozent). Rein rechnerisch stehen jedem noch unversorgten Bewerber 1,16 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung.

Top 10 der angebotenen Ausbildungsberufe

Ausbildungsstellen werden vor allem in folgenden Berufen angeboten: Koch/Köchin (198 Stellen), Industriekaufmann/-frau (185), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (155), Verkäufer/in (154), Restaurantfachmann/-frau (153), Hotelfachmann/-frau (145), Industriemechaniker/in (142), Werkzeugmechaniker/in (88), Zerspanungsmechaniker/in (79), Bankkaufmann/-frau (77).

Hauptberufswünsche der Bewerberinnen

Industriekauffrau (147), Bürokauffrau (104), Kauffrau im Einzelhandel (92), Verkäuferin (90), Medizinische Fachangestellte (89),

Verwaltungsfachangestellte (59), Bankkauffrau (48), Friseurin (41), Zahnmedizinische Fachangestellte (36), Sozialversicherungsfachangestellte (27). Hauptberufswünsche der Bewerber Kraftfahrzeugmechatroniker - PKW-Technik (157), Industriemechaniker (146), Industriekaufmann (89), Mechatroniker (87), Werkzeugmechaniker (67), Zerspanungsmechaniker (63), Kaufmann im Einzelhandel (62), Fachkraft – Lagerlogistik (50), Bürokaufmann (47), Verkäufer (46).