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31.07.2008

Arbeitslosenquote verharrt auf Niveau des Vormonats

PFORZHEIM. Die Arbeitsmarktlage in Pforzheim und im Enzkreis war im Juli gekennzeichnet durch eine stabile Entwicklung. Das zeigten die gestern vorgestellten Zahlen der Pforzheimer Agentur für Arbeit.

Zwar hat sich die Arbeitslosenquote im Geschäftsbereich der Arbeitsagentur Pforzheim (Stadt Pforzheim und Enzkreis zusammen) mit 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat nicht verschlechtert, dennoch merkte Agenturchef Walter Reiber an, dass sich der Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamt.

Vorjahresvergleiche der Monate Mai und Juni machen diese Aussage deutlich: Im Mai 2008 lag der Rückgang gegenüber 2007 bei 17,6 Prozent, im Juni 2008 gegenüber 2007 bei 15,5 Prozent und im Juli 2008 wurde gegenüber dem Vorjahresmonat mit 14,0Prozent der schwächste Rückgang der Arbeitslosigkeit ausgewiesen. Und dennoch: Sogenannte saisonübliche Faktoren wirkten sich diesmal kaum auf die Arbeitslosenquote aus. Zu diesen Faktoren gehören Kündigungstermine zum Quartalsende, auslaufende befristete Verträge zum Ferienbeginn sowie der Abschluss von Lehren und schulischen Ausbildungen.

Zwar seien 2031 Menschen im Juli arbeitslos geworden. Andererseits hätten sich 1985 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Davon kamen 714 Betroffene in einem Job unter, 426 Menschen wurden in Ausbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen untergebracht, 723 Personen meldeten sich wegen Urlaub, Krankheit oder wegen mangelnder Verfügbarkeit bei der Agentur ab. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden im Juli mit 1666 gemeldeten Stellen immerhin 160 (8,8 Prozent) weniger gemeldet. Gesucht wurden nach Agenturangaben „vor allem Fachkräfte wie Elektriker, Köche und Kraftfahrer, aber auch Helfer im Metallbereich. Auch Reinigungs- oder Büroberufe haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ingenieure verschiedenster Fachrichtungen werden gesucht“.

Unterdessen hat sich das Stadt-Land-Gefälle auch im vergangenen Monat sehr deutlich offenbart. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Pforzheim stieg um 0,1 auf 7,1 Prozent an auf nunmehr 4191 Arbeitslose. Dagegen blieb die Quote im Enzkreis unverändert bei lediglich 2,9 Prozent, was 2950 Arbeitslosen entspricht.

Ähnlich das Gefälle bei Hartz IV: „Die Stadt Pforzheim ist stark von Arbeitslosigkeit im Hartz IV-Bereich geprägt“, stellte die Agentur gestern in ihrem Bericht fest und nannte einen Anteil von 68,1 Prozent, was 2855 Betroffenen entspricht.

Anders hingegen der Enzkreis, dort sank die Zahl der Hartz-IV-Empfänger „deutlich um 38 auf 1343 Personen“. Anteil: 45,5 Prozent. Die Geschäftsstelle Mühlacker wird gesondert erfasst. Dort blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,4 Prozent.

Hoher Anteil an Frauen

An der Gesamtarbeitslosigkeit haben die Frauen der Statistik zufolge einen Anteil von 51,9 Prozent. Und: Jeder vierte Arbeitslose gehört demnach der Altersgruppe der über 50-Jährigen an. 27,4 Prozent sind Langzeitarbeitslose und sieben Prozent der Arbeitslosen sind schwerbehindert.