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© dpa
31.03.2011

Arbeitslosigkeit geht deutlicher zurück als im Land

PFORZHEIM. „Die Zahl der Arbeitslosen ist in Pforzheim und dem Enzkreis von Februar auf März um 4,4 Prozent zurückgegangen und erreichte damit den Vorjahreswert; langfristig betrachtet war der Rückgang sogar so stark wie zuletzt Anfang der 90er Jahre“, berichtet Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote erholte sich erneut um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent und liegt damit deutlich unter der Vorjahresquote von 6,4 Prozent. Dennoch weist der Stadtkreis Pforzheim auch in diesem Monat die höchste Arbeitslosenquote eines Kreises in Baden-Württemberg aus.

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„Die Frühjahrsbelebung setzt sich fort. Auch der März brachte rückläufige Arbeitslosenzahlen und setzte weiterhin positive Zeichen für eine stabile konjunkturelle Erholung im Agenturbezirk Pforzheim“, so Reiber. Und dabei unterstreicht er: „Der Arbeitsmarkt zeigte sich in den vergangenen Wochen sehr aufnahmefreudig. Auch im März stieg die Anzahl der Personen, die sich wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus der Betreuung der Arbeitsagentur abmeldeten.“

Ende März waren im Agenturbezirk Pforzheim 8091 Personen arbeitslos gemeldet; 374 weniger als im Februar und rund 2300 weniger als vor einem Jahr. Von den 8091 Arbeitslosen entfallen 4861 Betroffene auf die Stadt Pforzheim und 3230 auf den Enzkreis. Die Arbeitslosenquote der Stadt Pforzheim gab landesweit als einzige um 0,4 Prozentpunkte nach und liegt aktuell bei 8,1 Prozent.

Im Enzkreis erholte sich die Quote um durchschnittliche 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Nur vier Kreise können aktuell eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent und besser ausweisen; dies sind Biberach (2,8 Prozent), der Hohenlohekreis (3,0 Prozent), Ravensburg und der Enzkreis (jeweils 3,1 Prozent).

Landesweit zeigte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht so deutlich; die Arbeitslosenquote erholte sich hier nur um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent bei 244848 registrierten Arbeitslosen; gut 8000 weniger als im Februar.

Am Monatsende standen am Pforzheimer Arbeitsmarkt insgesamt 1623 freie Stellen zur Besetzung bereit; 38 mehr als im Februar und 715 mehr als vor einem Jahr. Innerhalb der vergangenen vier Wochen gingen 667 neue Stellenangebote regionaler Arbeitgeber bei der Pforzheimer Arbeitsagentur ein; damit zwar 16,4 Prozent weniger als im Februar, aber 30,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Auch im aktuellen Berichtsmonat kam jedes dritte Stellenangebot von einem Betrieb der Arbeitnehmerüberlassung. Rund 430 neuen Stellenangebote oder zwei Drittel aller Angebote meldeten die Betriebe direkt bei der Arbeitsagentur. Den größten Bedarf machte das Verarbeitende Gewerbe mit 143 freien Stellen geltend. Vor allem vom Maschinenbau, dem metallverarbeitenden Gewerbe sowie der Elektrotechnik und der Schmuckbranche wurde Personal angefordert. Auch der Handel suchte verstärkt Personal, hier wurden rund 60 neue Stellen gemeldet. Außerdem kamen 37 Personalanfragen aus der Gastronomie und 36 vom Gesundheitswesen. Die übrigen stark 230 Stellenangebote oder etwa ein Drittel erreichte die Arbeitsagentur von Betrieben der Arbeitnehmerüberlassung. Gesucht sind Fachkräfte und Helfer mit Grundqualifikationen und Berufserfahrung.

Im März waren 4 242 Männer und 3 849 Frauen arbeitslos gemeldet. Insgesamt waren es gegenüber dem Vormonat 374 Arbeitslose weniger, davon 221 Männer und 153 Frauen. Der Anteil der Männer an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt dennoch mit 52,4 Prozent deutlich über dem der Frauen mit 47,6 Prozent.

Erfreulich ist, dass im Berichtsmonat alle ausgewiesenen Personengruppen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren konnten. Absolut betrachtet war der stärkste Rückgang bei den ausländischen Arbeitslosen zu beobachten. Am Monatsende waren es noch 2 275 ausländische Arbeitslose; ein Rückgang um 104 innerhalb eines Monats und 545 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig gab die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe um 0,5 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent nach (Vorjahr: 14,4 Prozent).

Annähernd jede dritte von Arbeitslosigkeit betroffene Person ist über 50 Jahre alt. Positiv zu werten ist auch der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Zu dieser Personengruppe gehört, wer länger als ein Jahr ununterbrochen arbeitslos gemeldet ist. Auch bei den jüngeren Arbeitslosen waren neue Perspektiven abzulesen.