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Im November ist die Arbeitslosigkeit in der Region noch einmal zurückgegangen. Allerdings scheinen die Aussichten nicht unbedingt positivzu sein.
Im November ist die Arbeitslosigkeit in der Region noch einmal zurückgegangen. Allerdings scheinen die Aussichten nicht unbedingt positivzu sein. © dpa
29.11.2012

Arbeitslosigkeit geht in der Region weiter zurück

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim ist von Oktober auf November weiter zurückgegangen. Mitte November waren 12.699 Frauen und Männer - 308 oder 2,4 Prozent weniger als im Oktober - arbeitslos gemeldet. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren 682 oder 5,7 Prozent weniger Menschen ohne Job. Pforzheim bleibt bei der Arbeitslosenquote das Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging von 4,2 Prozent im Oktober auf 4,1 Prozent zurück und liegt damit um drei Zehntel über dem Landesdurchschnitt. Im November 2011 lag sie noch bei 3,9 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald ist nach wie vor in einer guten Verfassung. Die Gefahr, arbeitslos zu werden, hat sich nicht entscheidend erhöht. Aufgrund der geringeren Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist es jedoch schwieriger geworden, nach Eintritt der Arbeitslosigkeit schnell wieder einen Job zu finden. Die Unternehmen sind vorsichtiger was Neueinstellungen angeht. Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt jedoch nach wie vor auf hohem Niveau“, so Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Allerdings gibt es auch Anzeichen, die auf eine konjunkturelle Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt hindeuten könnten. „Uns erreichen vermehrt Anfragen zur Kurzarbeit, der Beratungsbedarf in den Betrieben zu diesem Instrument steigt. Ob und in welchem Umfang dann auch tatsächlich Kurzarbeit angezeigt wird ist derzeit jedoch nicht einzuschätzen“, so Schwab weiter.

Pforzheim bleib Schlusslicht

Die Arbeitslosenquote für die Stadt Pforzheim ging im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zurück. Im November 2011 lag sie bei 7,4 Prozent. Damit ist Pforzheim noch hinter Heilbronn, Stadt (6,0 Prozent) und Mannheim (5,9 Prozent) Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4554 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1227 (26,9 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3327 (73,1 Prozent) in der Grundsicherung. Im Oktober wurden 458 Stellenangebote gemeldet. Das waren 49 oder 9,7 Prozent weniger als im Vormonat und 148 oder 47,7 Prozent mehr als im November 2011. Derzeitig sind 864 offene Stellenangebote im Bestand, 25 oder 2,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Enzkreis bleibt super

Die Arbeitslosenquote im Enzkreis blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 2,6 Prozent. Im November 2011 lag sie bei 2,5 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit Biberach und Ravensburg, Platz eins in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2678 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1527 (57,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1151 (43,0 Prozent) in der Grundsicherung. Im Oktober wurden 241 Stellenangebote gemeldet. Das waren 8 oder 3,4 Prozent mehr als im Vormonat und 156 oder 39,3 Prozent weniger als im November 2011. Derzeitig sind 749 offene Stellenangebote im Bestand, 280 oder 27,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Landkreis Calw bleibt unverändert

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Calw blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,7 Prozent. Im November 2011 lag sie bei 3,5 Prozent. Insgesamt waren 3074 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1570 (51,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1504 (48,9 Prozent) in der Grundsicherung. Im Oktober wurden 266 Stellenangebote gemeldet. Das waren 42 oder 13,6 Prozent weniger als im Vormonat und 231 oder 46,5 Prozent weniger als im November 2011. Derzeitig sind 886 offene Stellenangebote im Bestand, 126 oder 12,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Junge Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit ist im November bei allen Personengruppen zurückgegangen, besonders deutlich in der Altersgruppe der 15- bis unter 25-Jährigen. Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Junge Fachkräfte, die nach ihrer Ausbildung im Sommer nicht übernommen wurden, haben inzwischen eine Arbeitsstelle gefunden. Andere, die sich nach Ende ihrer Schulzeit zunächst arbeitslos meldeten, haben ein Studium begonnen. Insgesamt wurden im November in der Altersgruppe unter 25 Jahren 1235 Arbeitslose gezählt, 120 oder 8,9 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Allerdings wird in dieser Altersgruppe mit einem Plus von 180 oder 17,1 Prozent das Vorjahresniveau am deutlichsten überschritten.

Hartz IV

Im Bereich der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) waren im November 5609 Männer und Frauen ohne Job, das sind 74 oder 1,3 Prozent weniger als im Vormonat aber 572 oder 11,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 1,8 Prozent.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) gab es 7090 Arbeitslose, das ist ein Minus von 234 oder 3,2 Prozent gegenüber Oktober; im Vergleich zum November 2011 waren es 110 oder 1,6 Prozent mehr. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug 2,3 Prozent.

Stellenmarkt

Insgesamt waren Mitte November 3269 unbesetzte Stellen registriert, 214 oder 6,1 Prozent weniger als im Oktober und 596 oder 15,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Gesucht werden derzeit insbesondere Restaurantfachleute, Köche, Kellner, Krankenpfleger, Altenpfleger, Erzieherinnen, Straßenbauer, Dachdecker, Elektroinstallateure, Anlagemechaniker, Berufskraftfahrer und IT-Fachkräfte. pm

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