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In keinem der 44 Stadt- oder Landkreise in Baden-Württemberg ging die Arbeitslosenquote im November 2021 sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr stärker zurück als in Pforzheim. 

Arbeitslosigkeit in Pforzheim und der Region deutlich zurückgegangen

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Stuttgart. Mitte November sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 12.278 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet gewesen, 549 oder 4,3 Prozent weniger als im Oktober und 3.031 oder 19,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das hat die Arbeitsagentur am Dienstag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging demnach von Oktober auf November um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie bei 4,4 Prozent.

"Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald hat sich im November fortgesetzt. Ob wir die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Monaten so deutlich reduzieren können, wird stark davon abhängen, wie sich die verschärften Corona-Eindämmungsmaßnahmen auswirken und wie schnell sich die Materialengpässe auflösen",

sagt Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im November 1.081 zu besetzende Stellen gemeldet, 149 oder 16,0 Prozent mehr als in November 2020. Die stabile Nachfrage nach Arbeitskräften und der hohe Bestand von mehr als 5.600 gemeldeten Arbeitsstellen zeigten einen hohen Personalbedarf der Unternehmen. Allerdings werde insbesondere qualifiziertes Personal gesucht.

"Von dem Rekordwert an bei uns gemeldeten Stellen profitieren Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Nur jede vierte Stelle ist an Hilfskräfte adressiert. Deshalb gilt mehr als je zuvor: Ein Berufsabschluss ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Die Beratung und die finanzielle Förderung zur Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten ist und bleibt deshalb eine unserer wichtigsten Aufgaben",

so Lehmann.

Bundesagentur für Arbeit
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Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist laut Mitteilung gegenüber dem Vorjahr bei allen Personengruppen zurückgegangen, besonders deutlich bei den 15- bis unter 25-Jährigen: Im November 2021 wurden in dieser Altersgruppe 925 Arbeitslose gezählt, 468 oder 33,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bei den Älteren (50 Jahre und älter) ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr demnach um 662 oder 12,2 Prozent zurück, 4.750 oder 38,7 Prozent aller Arbeitslosen war 50 Jahre und älter.

„Die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Arbeits- und Berufsleben ist ein zentrales Anliegen der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Auf der einen Seite freut es mich, dass unsere Anstrengungen auch bei den arbeitslosen schwerbehinderten Menschen zur einem Rückgang in der Arbeitslosigkeit um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt haben. Auf der anderen Seite unternehmen wir beraterisch und finanziell große Anstrengungen, damit sich noch deutlich mehr Menschen mit Handicap in den Betrieben als dringend benötigte Fach- und Führungskräfte einbringen können“, so die Arbeitsmarktexpertin.

Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe

Im Juli 2021 – aktuellere Zahlen lägen noch nicht vor – haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 6.854 Beschäftigte in 1.098 Betrieben kurzgearbeitet, so die Arbeitsagentur.

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Im Bereich der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) waren laut Mitteilung im November 6.172 Männer und Frauen ohne Job, 303 oder 4,7 Prozent weniger als im Vormonat und 3.142 oder 33,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) habe es 6.106 Arbeitslose, 246 oder 3,9 Prozent weniger als im Oktober und 111 oder 1,9 Prozent mehr als im November 2020 gegeben.

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Mühlacker laut Mitteilung mit 2,7 Prozent den besten Wert. Es folgten Freudenstadt und Horb mit je 2,9 Prozent, Calw mit 3,0 Prozent, Nagold mit 3,1 Prozent, Bad Wildbad mit 4,2 Prozent und Pforzheim mit 4,3 Prozent.

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes hätten auch November zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt: Sie liegt zwischen 2,7 Prozent im Enzkreis und 6,0 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Landkreis Calw: Die Arbeitslosenquote sei im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie bei 3,6 Prozent. Insgesamt waren demnach 3.012 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 1.619 (53,8 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.393 (46,2 Prozent) in der Grundsicherung. Im November seien 308 Stellenangebote gemeldet worden, 50 oder 19,4 Prozent mehr als im Vormonat und 13 oder 4,0 Prozent weniger als im November 2020. Derzeit sind laut Mitteilung1.471 offene Stellenangebote im Bestand, 431 oder 41,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Enzkreis: Die Arbeitslosenquote ging von Oktober auf November um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent. Insgesamt waren 3.029 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1.875 (61,9 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.154 (38,1 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 226 Stellenangebote gemeldet. Das waren 57 oder 20,1 Prozent weniger als im Vormonat und 33 oder 17,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind 1.357 offene Stellenangebote im Bestand, 475 oder 53,9 Prozent mehr als im November 2020.

Landkreis Freudenstadt: Die Arbeitslosenquote liegt laut Arbeitsagentur jetzt bei 2,9 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Oktober, vor einem Jahr lag sie noch bei 3,9 Prozent. Insgesamt waren laut Mitteilung 2.020 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1.076 (53,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 944 (46,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im November seien  263 Stellenangebote gemeldet worden, 26 oder 11,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell gebe es 1.525 offene Stellenangebote im Bestand, 401 oder 35,7 Prozent mehr als im November 2020.

Stadt Pforzheim: Die Arbeitslosenquote sei im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent zurückgegangen, vor einem Jahr lag sie noch bei 7,6 Prozent. In keinem der 44 Stadt- oder Landkreise in Baden-Württemberg ging die Arbeitslosenquote im November 2021 sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr stärker zurück als in Pforzheim, so die Mitteilung.

Insgesamt waren 4.217 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1.602 (38,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2.615 (62,0 Prozent) in der Grundsicherung, wie die Agentur für Arbeit schreibt. Im November seien 284 Stellenangebote gemeldet worden, das waren sechs oder 2,2 Prozent mehr als im Vormonat und 103 oder 56,9 Prozent mehr als im November 2020. Aktuell gebe es 1.286 offene Stellenangebote im Bestand, 486 oder 60,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stellenmarkt

Mitte November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim laut Mitteilung 5.639 offene Stellen gemeldet, 1.793 oder 46,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen sei in den letzten Monaten auf einen Rekordwert gestiegen und liegt um mehr als 800 über dem Vorkrisenniveau (November 2019: 4.821 gemeldete Stellen).

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Im ganzen Südwesten ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank im November im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Arbeitslos gemeldet waren rund 214.000 Menschen, etwa 7.700 weniger als im Oktober.

Der Arbeitsmarkt im Südwesten sei weniger dynamisch als in den Vormonaten, sagte der regionale Arbeitsagenturchef Christian Rauch. Weniger Menschen wechselten demnach aus der Arbeitslosigkeit in ein Beschäftigungsverhältnis.

"Durch die nachlassende Dynamik wird es für Arbeitssuchende zunehmend schwierig, eine Beschäftigung aufzunehmen», warnte Rauch laut einer Mitteilung. «Die wirtschaftliche Unsicherheit ist spürbar",

fügte er mit Blick auf die Corona-Pandemie und deren Folgen hinzu.

Die schnelle Abfolge von Corona-Maßnahmen löse Planungsunsicherheit für Betriebe aus. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Arbeitslosigkeit deutlich geringer aus: Im November 2020 lag die Quote bei 4,2 Prozent - damals waren annähernd 53.000 Menschen mehr als heute ohne Job. Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen unter 25 Jahren sank im November gegenüber dem Vormonat um 0,3 Punkte auf 2,2 Prozent.