nach oben
© Symbolbild dpa
30.04.2019

Arbeitslosigkeit in der Region leicht gestiegen – viele offene Stellen in diesen Bereichen

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von März auf April leicht gestiegen. 10761 Männer und Frauen waren am Zähltag im April bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und den vier Jobcentern arbeitslos gemeldet.

Das waren fünf mehr als im März. Erstmals seit 2009 ist die Arbeitslosigkeit in einem April gegenüber dem Vormonat gestiegen. Zum Vergleich: In den letzten zehn Jahren gingen die Arbeitslosenzahlen von März auf April um durchschnittlich 353 zurück.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit dagegen um 14 oder 0,1 Prozent auf den niedrigsten April-Wert seit dem Jahr 1992 zurück. Seit August 2016 liegt die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald jeweils unter dem Vorjahreswert, der Vorjahresabstand ist zuletzt jedoch kontinuierlich kleiner geworden.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 3,2 Prozent.

„Der Arbeitskräftebedarf war im April, trotz den Osterfeiertagen und der Urlaubszeit, erfreulich hoch. Wir sind daher fest gewillt, diese nach wie vor insgesamt positive Ausgangslage weiter erfolgreich für die Beendigung der Arbeitslosigkeit möglichst vieler Menschen in der Region zu nutzen“, so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden von den Personalverantwortlichen der Unternehmen in den letzten vier Wochen 1286 neu zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet. Damit ist der Gesamtbestand gegenüber dem Vorjahr um 175 oder 3,5 Prozent auf 5135 offene Stellen gestiegen. „Wo die schnelle Vermittlung nicht gelingt, setzen wir verstärkt auf Qualifizierung – in erster Linie von geeigneten Arbeitslosen und zunehmend mehr auch von bereits beschäftigten Arbeitskräften“ so Lehmann.

Trotz einem historischen Tiefstand der Arbeitslosenzahl in einem April und vielen offenen Stellen gibt es auch erste Anzeichen, dass zumindest Teile der Wirtschaft mit einer konjunkturellen Eintrübung rechnen. "Uns erreichen vermehrt Anfragen von Firmen, die sich angesichts der abgeschwächten Nachfrage nach den Modalitäten für Kurzarbeit erkundigen. Der Beratungsbedarf in den Betrieben zu diesem Instrument steigt“, sagte die Agenturchefin.

Arbeitslose

Im April meldeten sich 3195 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos, 87 oder 2,7 Prozent weniger als im März. Gleichzeitig konnten 3172 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 338 oder 9,6 Prozent weniger als im Vormonat. Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist nach wie vor gering. Betriebe haben Angst, gute Mitarbeiter zu verlieren. Dagegen wird es für Arbeitslose schwieriger, wieder aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) gab es im April 5418 Arbeitslose, 29 oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat aber 565 oder 11,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In der Grundsicherung (Hartz IV) ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 34 oder 0,6 Prozent auf 5343 gestiegen. Gegenüber April 2018 ist sie dagegen um 579 oder 9,8 Prozent zurückgegangen. 

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim haben Calw, Horb und Mühlacker mit je 2,6 Prozent den besten Wert. Es folgen Nagold und Freudenstadt mit je 2,8 Prozent, Bad Wildbad mit 3,5 Prozent und Pforzheim mit 3,8 Prozent. 

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im April zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,3 Prozent im Enzkreis und 5,8 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote ist von März auf April um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,9 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, hinter Mannheim und Freiburg (je 4,8 Prozent), Schlusslicht in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 3861 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1518 (39,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2343 (60,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im April wurden 237 Stellenangebote gemeldet. Das waren 73 oder 23,5 Prozent weniger als im Vormonat aber 41 oder 20,9 Prozent mehr als im April 2018. Derzeit sind 1099 offene Stellenangebote im Bestand, 185 oder 20,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 2,3 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im April 2018 lag sie ebenfalls bei 2,3 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Landkreis Ravensburg, Platz sechs in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2511 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 1473 (58,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1038 (41,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im April wurden 294 Stellenangebote gemeldet. Das waren 27 oder 10,1 Prozent mehr als im Vormonat und 19 oder 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit sind 1337 offene Stellenangebote im Bestand, 31 oder 2,3 Prozent weniger als im April 2018.

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie auch bei 2,8 Prozent. Insgesamt waren 2531 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1404 (55,5 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1127 (44,5 Prozent) in der Grundsicherung. Im April wurden 374 Stellenangebote gemeldet. Das waren sechs oder 1,6 Prozent weniger als im Vormonat und neun oder 2,3 Prozent weniger als im April 2018. Derzeit sind 1237 offene Stellenangebote im Bestand, 32 oder 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim waren im April 5135 zu besetzende Stellen gemeldet, 26 oder 0,5 Prozent weniger als im März aber 175 oder 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt

Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber weiter zurück. Derzeit suchen 1673 (März: 1737) junge Menschen noch nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen gegenüber stehen 2256 (März: 2396) offene Lehrstellen.

Ausbildungsstellen werden vor allem noch in folgenden Berufen angeboten:

Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Koch/Köchin, Verkäufer/in, Restaurantfachmann/frau, Hotelfachmann/-frau, Anlagenmechaniker/in - Sanitär-/Heizung-Klimatechnik, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk – Bäckerei, Industriemechaniker/in, Fachkraft – Lagerlogistik und Bankkaufmann/-frau.

Die Bewerberinnen und Bewerber suchen insbesondere in folgenden Ausbildungsberufen nach einem Ausbildungsplatz:

Kaufmann/-frau – Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Industriekaufmann/-frau, Kraftfahrzeugmechatroniker/in - PKW-Technik, Verkäufer/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Industriemechaniker/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Zerspanungsmechaniker/in und Friseur/in.

wurst
02.05.2019
Arbeitslosigkeit in der Region leicht gestiegen – viele offene Stellen in diesen Bereichen

Wenn es sich beim Mindestlohn nicht mehr lohnt aufzustehen und man mit Hartz IV einen entspannteren Tag hat... mehr...

tigerhai
05.05.2019
Arbeitslosigkeit in der Region leicht gestiegen – viele offene Stellen in diesen Bereichen

Wie aus dem Artikel deutlich zu sehen ist, hat die Agentur für Arbeit mehr mit Selbstverwaltung und Statistik wie mit Arbeitsvermittlung zu tun. Das war mal anders ... mehr...