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05.01.2010

Arbeitslosigkeit in der Region nur leicht angestiegen

PFORZHEIM/ENZKREIS. Saisonüblich stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Pforzheimer Agentur für Arbeit zum Jahresende leicht an. Gegenüber November wurden 115 Betroffene und damit 1,1 % mehr gezählt, die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte und hat 6,3 % erreicht. Damit liegt die hiesige Entwicklung im Landesschnitt. Aber: Nach wie vor ist die Arbeitslosenquote der Stadt Pforzheim mit 9,7 % noch immer die Höchste in Baden-Württemberg, gefolgt von Mannheim.

„Die Krise ist noch nicht überwunden. Bislang waren deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt des Pforzheimer Agenturbezirks vergleichsweise moderat. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies im neuen Jahr auch so darstellen wird,“ analysiert Walter Reiber, Chef der Agentur für Arbeit Pforzheim mit verhaltenem Optimismus. „Die Lage im verarbeitenden Gewerbe ist nach wie vor schwierig, allerdings fällt der Neuzugang an kurzarbeitenden Betrieben eher gering aus“.

Vergleich zu 2008: Über 30 % mehr Arbeitslose

10.245 Arbeitslose sind im Vergleich November/Dezember 2009 nur geringfügig mehr und durchaus saisonüblich, gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2008 aber stellt diese Zahl ein eher erschreckendes Plus von 2.407 Personen und eine Steigerung um 30,7 % dar. Seit September 2009 war dieses leichte Dezember-Plus wieder der erste Anstieg der Arbeitslosigkeit in Pforzheim und dem Enzkreis.

Jeder dritte Arbeitslose hat einen Migrationshintergrund. Knapp die Hälfte dieser Arbeitslosen werden über die ARGE Jobcenter Stadt Pforzheim betreut. Aber: Während beinahe alle ausgewiesenen Personengruppen bei der Arbeitslosigkeit eine Steigerung verbuchen, blieb die Anzahl der arbeitslosen Ausländer konstant bei 2777 und ihr Anteil verringerte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 27,1 %.

Ältere Arbeitsnehmer stärker von Jobverlust betroffen

Stark angestiegen ist die Zahl der 50 bis unter 65-jährigen. „Langzeitarbeitslosigkeit trifft vor allem Personen im Alter ab 40 Jahre. In dieser Altersklasse finden sich oftmals gute Fachkräfte mit Berufserfahrung, die regionale Wirtschaft sollte dieses Fachkräftepotenzial nicht unterschätzen“, motiviert Walter Reiber die Betriebe auf Personal dieser Altersklasse zurückzugreifen.

„Die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Pforzheim - plus 1,1 Prozent - lag im Landesschnitt. Baden-Württembergs Arbeitsagenturen meldeten Veränderungen zum Vormonat in einer Spannweite von minus 0,8 % bis plus 9,5 %,“ berichtet Reiber. Mit rund 280.000 Arbeitslosen stieg die Quote in Baden-Württemberg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 %, im Vorjahr lag die Quote bei 4,1 %.

Wenig freie Stellen

Der Zugang an freien Stellen war gegenüber dem November leicht rückläufig und ebenfalls für die Jahreszeit üblich. 2009 gingen knappe 5000 ungeförderte Stellenangebote bei der Arbeitsagentur ein, das waren 1500 oder ein knappes Viertel weniger als im Vorjahr.

Die konkrete Zahl der Kurzarbeiter wurde zuletzt zum Stand September 2009 veröffentlicht. Damals waren rund 600 Betriebe mit knapp 9400 Arbeitnehmern betroffen. In den Folgemonaten meldeten bis November 120 neue Betriebe für rund 1400 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Damit hat sich die Kurve deutlich abgeflacht. „Positiv ist auch die Feststellung, dass die Ausfallzeiten der einzelnen Arbeitnehmer geringer werden,“ sagt Reiber.