nach oben
25.02.2010

Arbeitsmarkt: Keine Entwarnung, aber kleine Entspannung

PFORZHEIM/ENZKREIS. Im Februar waren in Pforzheim und dem Enzkreis 10.873 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen; 22 weniger als im Januar aber gut 1500 mehr als vor einem Jahr. „Schon im letzten Monat deutete sich eine leichte Entspannung an, die sich im Februar bestätigte“, sagt Walter Reiber, Chef der Agentur für Arbeit Pforzheim zu dieser Entwicklung.

Und, so Reiber weiter: „Für Februar ist eine rückläufige Arbeitslosenzahl im langjährigen Vergleich eher die Ausnahme und ein Zeichen wirtschaftlicher Entspannung; zuletzt war dies in wirtschaftlichen Boomzeiten der Jahre 2007 und 2008 der Fall.“

Die Arbeitslosenquote verharrte im Agenturbezirk Pforzheim bei 6,7 Prozent (Vorjahr: 5,8 Prozent). Die Quoten der Stadt Pforzheim mit 10,3 Prozent und des Enzkreises mit 4,6 Prozent blieben ebenfalls unverändert. In Baden-Württemberg ging die Arbeitslosenzahl um 0,9 Prozent auf rund 308.000 zurück. Die Arbeitslosenquote gab um 0,1 Prozentpunkte nach und liegt nun bei 5,5 Prozent. Pforzheim bleibt mit seiner hohen Arbeitslosenquote weiterhin das Schlusslicht im "Musterländle".

Im Februar konnten 828 neue Stellenangebote (44,3 Prozent davon sind aber gefördert) gebucht werden; mehr als doppelt so viele wie im Januar und knapp 68 Prozent über dem Vorjahreswert. Für den ersten Arbeitsmarkt wurden 461 Personalanfragen abgegeben, das waren 18,5 Prozent mehr als im Februar letzten Jahres und gut 46 Prozent mehr als im Januar. Agenturchef Reiber deutet dies als weitere erste Anzeichen wirtschaftlicher Erholung, die sich nun zunehmend abzeichne.

Arbeitslose

Am Stichtag im Februar waren 10.873 Menschen im Agenturbezirk Pforzheim arbeitslos gemeldet; eine Zahl die zuletzt 2006 für den Februar überboten wurde. Allerdings waren damals über 13.000 Menschen arbeitslos. Erfreulich ist, dass das verarbeitende Gewerbe, vor allem metallverarbeitende Betriebe, wieder mehr Personal ordern. Auch die Personaldienstleister, das Baugewerbe und der Handel meldeten mehr Personalbedarf. Aktuell sind knapp 1400 Stellen zur Besetzung verfügbar; 53 mehr als im Januar und 33 mehr als im Februar 2009.

Zielgruppen

Deutlich wurde im Februar, dass noch immer Frauen im Wesentlichen eher den Weg aus der Arbeitslosigkeit finden. Inzwischen sind 55,2 Prozent aller Arbeitslosen Männer (Vormonat: 54,5 Prozent). „Die anhaltenden winterlichen Verhältnisse und deren Auswirkungen auf die sogenannten Außenberufe tragen zu dieser Entwicklung bei. Ich gehe davon aus, dass sich die Chancen für Arbeitslose männlichen Geschlechts mit steigenden Temperaturen wieder verbessern;“ prognostiziert Walter Reiber.

Und, so Reiber weiter: „Die Wirtschaftskrise ließ die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich anwachsen. Arbeitgeber sollten nicht vor der Einstellung dieser Menschen zurückschrecken. Zumeist ist nicht die persönliche und berufliche Qualifikation für die Dauer der Arbeitslosigkeit verantwortlich, sondern die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen in unserer Region. Die Arbeitsagentur hat außerdem Möglichkeiten eventuell anfängliche berufliche Defizite finanziell abzufedern. Jetzt sollte man die Chance nutzen, Fachkräfte zu ordern“, appelliert Walter Reiber an die Arbeitgeber.

Mit 27 Prozent aller Arbeitslosen ist der Anteil der ausländischen Arbeitslosen hoch. 2941 machen eine Arbeitslosenquote von 15 Prozent aus.

Leserkommentare (0)