nach oben
Im Mai hat sich derArbeitsmarkt in Pforzheim und im Enzkreis weiter erholt.
Im Mai hat sich derArbeitsmarkt in Pforzheim und im Enzkreis weiter erholt. © dpa
31.05.2011

Arbeitsmarkt erholt, aber weiter rote Laterne für Pforzheim

PFORZHEIM/ENZKREIS. „Die Maizahlen zeigen es: Auch im Agenturbezirk Pforzheim ist ein deutlicher wirtschaftlicher Aufschwung zu spüren“, freut sich Walter Reiber. Der Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur kann bei 7604 Arbeitslosen für Pforzheim und den gesamten Enzkreis eine Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent verkünden; ein Niveau das zuletzt zu Beginn der 90er-Jahre unterschritten wurde.

Im April waren es knapp 400 Arbeitslose mehr gewesen bei einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent).

Die Arbeitslosenzahl der Stadt Pforzheim von 4614 ist gegenüber dem April um 239 gesunken, die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent zurück, ist aber noch immer die höchste der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg. Der Enzkreis verzeichnet 137 Arbeitslose weniger gegenüber dem Vormonat und nimmt mit einer Quote von 2,9 Prozent weiterhin einen Platz unter den sechs Kreisen mit der niedrigsten Quote landesweit ein.

„Die regionalen Arbeitgeber zeigen sich einstellungsfreudig und neigen auch wieder stärker dazu, unbefristete Arbeitsverträge einzugehen. Die monatliche Personalnachfrage hat sich auf ein Niveau von rund 700 eingependelt und liegt damit deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum“, berichtet Walter Reiber.

Die wirtschaftliche Entspannung zeigt sich auch im starken Rückgang der Kurzarbeit. „Im Agenturbezirk sind hiervon noch knapp 200 Betriebe mit rund 700 Personen bei relativ geringem Arbeitsausfall betroffen. Kurzarbeit ist im Agenturbezirk bald kein herausragendes Thema mehr“, schätzt Walter Reiber die Lage ein.

In Baden-Württemberg zeigte sich der Arbeitsmarkt ebenso freundlich, wie in Pforzheim und im Enzkreis. Landesweit waren 224.758 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen; rund 10.400 weniger als vor vier Wochen. Die Arbeitslosenquote erholte sich und ging um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent zurück (Vorjahr 4,9 Prozent).

Mehr Männer als Frauen arbeitslos

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Pforzheim war auch im Mai überwiegend männlich. Von den 7604 Arbeitslosen waren 52,4 Prozent Männer und 47,6 Prozent Frauen. Im Mai wurden 4864 Arbeitslose über die steuerfinanzierte Grundsicherung Arbeitslosengeld II betreut; knapp 200 weniger als im April und 648 weniger als vor einem Jahr. Auch in der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung I (36 Prozent aller Arbeitslosen) gab es gegenüber April eine Abnahme von knapp 200 Personen und mit 1444 Arbeitslosen weniger im Vorjahresvergleich eine starke Entspannung. „Diesen Monat konnten die Arbeitslosen beider Rechtskreise von der guten Arbeitsmarktlage profitieren. Vor allem Personen mit längerer Arbeitslosigkeit hatten auch eine Chance bekommen“, freut sich Walter Reiber.

Im Mai konnten mehr Personen auf dem Arbeitsmarkt unterkommen, als dieser freisetzte. So meldeten sich 1570 Personen wegen Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Pforzheim während rund 2000 diese beendeten.

Nach einer Ausbildung oder Abschluss einer Maßnahme meldeten sich 358 Personen arbeitslos. „Eine rückläufige Zahl, die darauf schließen lässt, dass die Betriebe dazu übergehen den ausgebildeten Nachwuchs zu übernehmen“, verkündet Walter Reiber zuversichtlich.

Offene Stellen

Im Mai gingen knapp 700 Personalanfragen bei dem Arbeitgeberservice der Pforzheimer Arbeitsagentur ein. Ein gutes Drittel der Stellen kam von Personaldienstleistern, Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes forderten direkt bei der Arbeitsagentur knapp 200 Mitarbeiter an. Rund 50 Stellen meldete der Handel und 33 kamen vom Gesundheits- und Sozialwesen. Am Monatsende waren noch 1694 Arbeitsstellen frei; 29 mehr als im April aber 631 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Zielgruppen

„Gerade für ältere Arbeitslose konnten wir in diesem Jahr arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einleiten, die sich offensichtlich bewähren. Außerdem tendieren die Arbeitgeber im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftebedarf wieder mehr dazu, auf die Potenziale der Älteren zurückzugreifen“, freut sich Walter Reiber, der in diesem Zusammenhang auch auf den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit hinweist.

Auch die Jugendlichen konnten gute Chancen ergreifen, dies beweist der Rückgang der Arbeitslosen unter 25-Jährigen um 55 innerhalb eines Monats und um rund 250 im Vorjahresvergleich auf 672. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe reduzierte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent (Vorjahr: 4,7).

29,2 Prozent aller Arbeitslosen sind ausländischer Herkunft. Innerhalb von vier Wochen reduzierte sich ihre Anzahl um 80 auf 2219 Personen; gegenüber dem Vorjahr sind das 491 Arbeitslose weniger, bei einer Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent (Vorjahr: 13,6 Prozent).

Regionaler Arbeitsmarkt

Vor allem im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis bildete sich die Entspannung am Arbeitsmarkt ab. Bei 6539 Arbeitslosen waren es 328 weniger als im April; die Arbeitslosenquote reagierte mit einem überdurchschnittlichen Rückgang um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Die regionalen Arbeitgeber meldeten Bedarf für 554 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; 24 weniger als im April aber 146 mehr als vor einem Jahr. Ende Mai standen 1 353 freie Stellen zur Verfügung. Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis ergaben sich 1 065 Arbeitslose; 48 weniger als im April mit einer Quote von 3,3 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte). Die Arbeitgeber im Geschäftsstellenbezirk meldeten 135 neue Stellen, zwei weniger als im April. Am Monatsende waren noch 341 Stellen unbesetzt.

Leserkommentare (0)