nach oben
Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa © dpa
03.01.2012

Arbeitsmarkt im Enzkreis glänzt mit guten Zahlen

Pforzheim/Enzkreis. Auch wenn die Arbeitslosenzahlen im Dezember - wie erwartet - leicht angestiegen sind, darf sich die Region über die niedrigsten Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren freuen. Der Arbeitsmarkt 2011 in Pforzheim und im Enzkreis lieferte vergleichsweise gute Nachrichten, gleichwohl die Stadt Pforzheim nach wie vor die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg hat.

„Der Dezember bescherte dem Agenturbezirk Pforzheim saisonbedingt eine leicht steigende Arbeitslosigkeit. Im Jahresverlauf zeigte sich der Arbeitsmarkt zunehmend stabil und auch der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,2 Prozent auf 7067 im Dezember fiel deutlich verhaltener aus, als in den Vorjahren“, sagt Sabine Schuster, Geschäftsführerin Operativ der Pforzheimer Arbeitsagentur.

Innerhalb von vier Wochen waren es 154 Arbeitslose mehr, aber 1267 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent, blieb jedoch deutlich unter der Vorjahresquote von 5,1 Prozent.

Es kamen erneut weniger Personen wegen Arbeitslosigkeit auf die Arbeitsagentur zu; 1552 neue Arbeitslose im Dezember machten den geringsten Zugang der vergangenen zwölf Monate aus. „Auch im Vorjahresvergleich sind es deutlich weniger Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kommen. Die Betriebe setzen tendenziell auf Sicherheit und halten das eingearbeitete Personal“, beschreibt Sabine Schuster die Entwicklung. Die rückläufige Anzahl der Personen, die sich innerhalb der Kündigungsfrist bereits bei der Arbeitsagentur gemeldet haben und derer, die den Job wechseln wollen, gibt ihr Recht.

Leider ergab sich auch zum Jahresende für die Stadt Pforzheim mit 4493 Arbeitslosen die höchste Arbeitslosenquote im Südwesten. Unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg war die Quote von 7,6 Prozent die höchste, gefolgt von der Universitätsstadt Mannheim mit einer Quote von 6,2 Prozent. Der Enzkreis kam auf 2574 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent, mit der er Platz drei im Ranking der Kreise und Städte Baden-Württembergs nach dem Hohenlohekreis mit 2,4 Prozent und dem Kreis Biberach mit 2,3 Prozent belegt.

Steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Kräftenachfrage ließen den östlichen Enzkreis nicht so gut aussehen. Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker, der die Stadt Mühlacker und die östlichen Enzkreisgemeinden umfasst, gab es am Berichtsmonatsende 921 Arbeitslose, das waren 53 mehr als im November und 317 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent.

Die Kräftenachfrage lag bei 96 und somit um 30 Anfragen unter dem Vormonatswert; auch der Vorjahreswert wurde um 34 unterschritten. Betrachtet man die Jahressumme des Stellenzugangs, so bedeuteten 1624 neue Stellen dennoch ein Anstieg um 195 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ende Dezember waren es im östlichen Enzkreis noch 311 freie Stellen, die es zu besetzen galt; 54 weniger als im November aber 58 mehr als im Vorjahr.

In Baden-Württemberg wurden bei einer Arbeitslosenzahl von rund 207.000 knapp 3500 mehr gezählt als im November, aber dennoch rund 34.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg landesweit wie im Agenturbezirk Pforzheim um einen 0,1 Prozentpunkte, allerdings auf niedrigerem Niveau, nämlich auf 3,7 Prozent.

Offene Stellen

Im Laufe des Dezembers forderten die regionalen Arbeitgeber mit 648 neuen Arbeitsstellen zwar weniger Personal als im November an, übertrafen jedoch den Vorjahreswert um 30 neue Stellen oder 4,9 Prozent. Landesweit zeigte sich die Kräftenachfrage im Dezember deutlich zurückhaltender; hier wurde der Vorjahreswert um 0,5 Prozent unterschritten.

Von den neu gemeldeten freien Stellen kamen 227 und somit jede Dritte von einem Personaldienstleistungsunternehmen. Das Verarbeitende Gewerbe suchte innerhalb der vergangenen vier Wochen für 146 neue Stellen Personal; zehn weniger und somit leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat. Der Handel meldete für 61 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bedarf. Das Gesundheits- und Sozialwesen forderte 51 Kräfte an, zehn weniger als im Vormonat. Auch im Gastgewerbe wurden 27 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht und im öffentlichen Dienst galt es 23 neue Stellen zu besetzen.

Seit Jahresbeginn waren es insgesamt 8103 neue Personalanfragen bei der Pforzheimer Arbeitsagentur, das waren 1 239 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Am Monatsende waren noch 1813 freie Stellen zur Besetzung gemeldet, davon sind 149 als reine Helferstellen ausgewiesen.

Zielgruppen

Vor allem die Anzahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre stieg innerhalb eines Monats überdurchschnittlich an. Es waren 662 Betroffene und somit 59 mehr als im November; der Anteil an allen Arbeitslosen liegt bei 9,4 Prozent und die Arbeitslosenquote dieser Altersklasse ist um 0,3 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gestiegen. Bei den Älteren sah die Entwicklung etwas besser aus. Hier gab es am Monatsende nur zehn Arbeitslose der Altersklasse 50plus mehr, dennoch stieg deren Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Am Monatsende waren 2 253 Arbeitslose 50 Jahre und älter, ein Anteil von knapp 32 Prozent aller Arbeitslosen

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist auch im Dezember eine stabile Größe von 2259. „Wer über ein Jahr arbeitslos ist, hat es deutlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt. Gerade dieser Personenkreis muss durch Bildungsmaßnahmen unterstützt werden, da oftmals berufliche Defizite in Form mangelnder Berufsausbildung die Vermittlungshemmnisse sind“, sagt Sabine Schuster zu dieser Entwicklung. Vor allem im Zuständigkeitsbereich der steuerfinanzierten SGB II-Leistungen verfestigt sich diese; immerhin sind es hier 41,1 Prozent der Arbeitslosen (1862). In der Zuständigkeit der Versicherungsleistungen liegt deren Anteil bei 15,7 Prozent der Arbeitslosen (397).

Im Dezember waren 2111 Arbeitslose ausländischer Herkunft bei der Pforzheimer Arbeitsagentur gemeldet. Es waren 41 mehr als vor einem Monat, aber 243 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe stieg innerhalb eines Monats um 0,3 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. pm

Leserkommentare (0)