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Symbolbild dpa
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet damit, dass der Arbeitsmarkt in den kommenden drei Monaten stabil bleibt. Foto: Roland Weihrauch
02.02.2016

Arbeitsmarktreport: Enzkreis Spitze, Pforzheim Schlusslicht

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Dezember auf Januar um 1127 oder 9,0 Prozent auf 13715 gestiegen. Trotz der saisonal üblichen Zunahme gegenüber dem Vormonat lag die Arbeitslosigkeit um 589 oder 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, hat sich gegenüber Dezember um 0,3 Punkte auf 4,2 Prozent erhöht. Im Januar 2015 lag sie bei 4,5 Prozent. „Der Hauptgrund für die deutliche Zunahme gegenüber Dezember war der erste Wintereinbruch Anfang Januar. Auf Baustellen sowie in der Land- und Forstwirtschaft ruhte deshalb vorübergehend die Arbeit. Auch in anderen witterungsabhängigen Branchen trennen sich die Arbeitgeber zeitweise von ihren Mitarbeitern, die dann für kurze Zeit arbeitslos werden. Ein weiterer Grund war das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen zum Jahresende 2015. Nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts werden insbesondere im Versand- und Einzelhandel aber auch in der Gastronomie viele befristet beschäftigte Saisonkräfte nicht weiterbeschäftigt. Dazu kam noch die Insolvenz eines Möbelherstellers im Landkreis Calw mit über 150 Beschäftigten“, so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, zur aktuellen Entwicklung.

Der Arbeitskräftebedarf ist, bedingt durch die Feiertage zum Jahreswechsel und den Betriebsferien im Januar, etwas zurückgegangen. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 923 freie Stellen gemeldet, 171 oder 15,6 Prozent weniger als im Vormonat aber auch 217 oder 30,7 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres.

Entwicklung in der Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote ist von Dezember auf Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 8,0 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, deutlich hinter Heilbronn und Freiburg (je 6,2 Prozent), Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4834 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1646 (34,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3188 (65,9 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 198 Stellenangebote gemeldet. Das waren 23 oder 10,4 Prozent weniger als im Vormonat und 67 oder 51,1 Prozent mehr als im Januar 2015. Derzeit sind 716 offene Stellenangebote im Bestand, 69 oder 8,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im Januar waren im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim 3752 offene Stellen gemeldet, 478 oder 14,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Die große Zahl offener Stellen zeigt, dass es in unserer Region keinesfalls an Arbeitsplätzen fehlt. Oftmals passen jedoch die Profile der Arbeitslosen in berufsfachlicher, qualifikatorischer oder regionaler Hinsicht nur unzureichend zu den Anforderungen der Unternehmen“, so Lehmann.

Entwicklung für den Enzkreis Enzkreis

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 2,9 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar 2015 lag sie bei 3,0 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, hinter Biberach (2,8 Prozent), Platz zwei in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 3122 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1832 (58,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1290 (41,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 230 Stellenangebote gemeldet. Das waren 19 oder 7,6 Prozent weniger als im Vormonat aber 37 oder 19,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit sind 856 offene Stellenangebote im Bestand, elf oder 1,3 Prozent weniger als im Januar 2015.