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Büro der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf © Symbolbild dpa
31.05.2016

Arbeitsmarktreport: Pforzheim verringert Arbeitslosenquote

Wie schon in den beiden Monaten zuvor, ging die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim auch im Mai zurück – und zwar um 411 oder 3,1 Prozent auf aktuell 12.930. Damit gab es erstmals in diesem Jahr weniger als 13.000 Arbeitslose. Auch im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald zurück: Vor einem Jahr waren noch 71 oder 0,5 Prozent mehr Menschen ohne Arbeit.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent zurück. Im Mai 2015 lag sie ebenfalls bei 4,0 Prozent.

Der Arbeitskräftebedarf der Unternehmen ist weiterhin hoch. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim im Mai 1303 freie Stellen gemeldet, 188 oder 16,9 Prozent mehr als im April und damit auch wieder geringfügig über dem Vorjahresniveau (plus 0,1 Prozent).

„Unsere Unternehmen im Nordschwarzwald nutzen die gute und stabile konjunkturelle Lage für Neueinstellungen. Besonders freut mich, dass wir dadurch auch älteren und langzeitarbeitslosen Menschen den Weg zurück in Beschäftigung ebnen konnten. Darüber hinaus konnten wir die gute Situation auch für die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Praktika und Beschäftigung nutzen“, so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Am regionalen Ausbildungsmarkt ist die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ging leicht zurück. Jugendliche, die sich für eine Duale Ausbildung entscheiden, haben also gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Arbeitslose

3105 Männer und Frauen meldeten sich im Verlauf des Monats neu oder erneut arbeitslos. Das waren 315 oder 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von den Neuzugängen waren 1163 vor ihrer Arbeitslosigkeit erwerbstätig, 80 oder 7,4 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres.

Insgesamt konnten im Berichtszeitraum 3519 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 314 oder 9,8 Prozent mehr als im Mai 2015. 1197 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden, 87 oder 7,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

An der gestiegenen Zahl an Abmeldungen in Erwerbstätigkeit zeigt sich, dass sich aus der Arbeitslosigkeit heraus, insbesondere für qualifizierte Fachkräfte, gute Beschäftigungschancen eröffnen. „Eine gute und auf dem Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikation ist der Schlüssel für nachhaltige Integration in Arbeit. Wir investieren deshalb sehr zielgerichtet in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen und unterstützen die betriebliche Einarbeitung. Dadurch gelingt vielfach sehr schnell der Einstieg in Beschäftigung“ so Lehmann.

 

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Arbeitslosenzahlen haben sich in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt: Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) gab es im Mai 5529 Arbeitslose, 362 oder 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

In der Grundsicherung (Hartz IV) hat sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 291 oder 4,1 Prozent auf 7401 erhöht.

 

Regionale Arbeitslosenquoten

Die niedrigste Arbeitslosenquote aller sieben Geschäftsstellenbezirke verzeichnet Mühlacker mit 2,9 Prozent. Es folgen Freudenstadt (3,2 Prozent), Calw und Horb (je 3,4 Prozent), Nagold (3,5 Prozent), Bad Wildbad (4,1 Prozent) und Pforzheim (4,8 Prozent).

 

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im Mai zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,7 Prozent im Enzkreis und 7,3 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

 

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote hat sich sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent verringert. Damit belegt der Enzkreis, hinter Biberach, dem Bodenseekreis und Tuttlingen, Platz vier in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 2932 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1615 (55,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1317 (44,9 Prozent) in der Grundsicherung. Im Mai wurden 320 Stellenangebote gemeldet. Das waren 41 oder 14,7 Prozent mehr als im Vormonat und vier oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind 968 offene Stellenangebote im Bestand, 90 oder 8,5 Prozent weniger als im Mai 2015.

 

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent verringert. Im Mai 2015 lag sie noch bei 7,4 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, hinter Baden-Baden, Mannheim und Freiburg, Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4687 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1486 (31,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3201 (68,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im Mai wurden 235 Stellenangebote gemeldet. Das waren 23 oder 8,9 Prozent weniger als im Vormonat und 29 oder 11,0 Prozent weniger als im Mai 2015. Derzeit sind 777 offene Stellenangebote im Bestand, 108 oder 12,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt

Im Mai standen den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 4221 offene Stellen zur Vermittlung zur Verfügung, 80 oder 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bestand an offenen Stellen hat ein hohes Niveau erreicht und steht für gute Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt. Gute Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen derzeit insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, im Logistik- und Transportbereich sowie im Verkauf.

 

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 3317 Bewerber um eine Ausbildungsstelle, 167 oder 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden dem Arbeitgeberservice 3641 Berufsausbildungsstellen gemeldet, fünf oder 0,1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Derzeit suchen noch 1523 junge Menschen nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 1683 offene Lehrstellen gegenüber.

Freie Ausbildungsstellen gibt es derzeit insbesondere noch in der Gastronomie, im Handwerk und im Handel. Jugendliche, die zum Herbst noch eine Ausbildung suchen, sollten schnellstmöglich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 mit unserer Berufsberatung Kontakt aufnehmen“, so Lehmann.