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31.03.2015

Arbeitsmarktsituation in der Region bessert sich

Nach dem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl im Februar hat sich die Arbeitsmarktsituation im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim im März deutlich verbessert. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 593 oder 4,1 Prozent auf 13749. Auch der Vergleich zum Vorjahr verdeutlicht die bessere Beschäftigungssituation im Agenturbezirk. Im März 2014 waren noch 244 Personen oder 1,7 Prozent mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - ging im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie bei 4,4 Prozent.

„Obwohl sich die Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten aufgrund der überwiegend milden Witterung vergleichsweise moderat erhöht hat, war der saisonal bedingte Rückgang im Frühjahr doch recht deutlich. Die gute Konjunktur wirkt sich positiv aus und trotz einiger Unsicherheitsfaktoren rechne ich auch in den kommenden Monaten mit einer günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt“, so Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Die aktuelle Nachfrage nach Arbeitskräften bestätigt diese Einschätzung: Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden seit Jahresbeginn insgesamt 3384 offene Stellen gemeldet. Gegenüber dem ersten Quartal 2014 bedeutet dies einen Zuwachs von 146 Stellen oder 4,5 Prozent.

Ein weiteres Zeichen der günstigen Entwicklung ist die gestiegene Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Beschäftigungsverhältnisse, für die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge entrichtet werden, sind von September 2013 bis September 2014 um 2772 oder 1,4 Prozent auf den neuen Rekordwert von 200375 gestiegen.

Arbeitslose

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt sich bei allen Personengruppen wider. Besonders erfreulich ist, dass immer mehr ältere Arbeitslose über 50 Jahre wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 137 oder 2,8 Prozent auf 4762 zurück.

Auch am anderen Ende der Alterspyramide, bei den jüngeren Arbeitslosen, war gegenüber dem Vorjahresmonat ein starker Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt waren im März 1246 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren ohne Arbeit, 99 oder 7,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Beim Zugang von Arbeitslosen war in den letzten vier Wochen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. So meldeten sich insgesamt 3022 Personen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 292 oder 8,8 Prozent weniger als im Februar und 143 oder 4,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Gleichzeitig beendeten 3600 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 336 oder 10,3 Prozent mehr als im Vormonat und 267 oder acht Prozent mehr als vor einem Jahr.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Von den 13749 Arbeitslosen zählten 7378 oder 53,7 Prozent zum Rechtskreis des SGB II, also zum Bereich der Grundsicherung (Hartz IV). Erfreulich ist die Dynamik in beiden Rechtskreisen. Im Versicherungsbereich (Rechtskreis SGB III) ist die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres um 192 oder 2,9 Prozent, bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern um 52 oder 0,7 Prozent zurückgegangen.

Regionale Arbeitslosenquoten

Regional verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im März uneinheitlich. In Freudenstadt (3,6 Prozent) und Bad Wildbad (5,1 Prozent) ging die Quote gegenüber dem Vormonat um jeweils 0,3 Prozentpunkte zurück, in Horb (3,7 Prozent) und Pforzheim (5,0 Prozent) um je 0,2 Prozentpunkte und in Nagold (4,2 Prozent) und Calw (3,8 Prozent) um je 0,1 Prozentpunkte. Unverändert blieb die Quote mit 3,3 Prozent in Mühlacker.

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,1 Prozent. Insgesamt waren 3493 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1745 (50,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1748 (50,0 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 380 Stellenangebote gemeldet. Das waren zehn oder 2,6 Prozent weniger als im Vormonat und 43 oder 12,8 Prozent mehr als im März 2014. Derzeit sind 1088 offene Stellenangebote im Bestand, 200 oder 22,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote ging von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent zurück. Im März 2014 lag sie ebenfalls bei 2,9 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit den Kreisen Rottweil, Tuttlingen und dem Alb-Donau-Kreis, Platz zwei in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 3077 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1815 (59,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1262 (41,0 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 259 Stellenangebote gemeldet. Das waren 54 oder 17,3 Prozent weniger als im Vormonat und 78 oder 23,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit sind 926 offene Stellenangebote im Bestand, 17 oder 1,9 Prozent mehr als im März 2014.

Landkreis Freudenstadt

Die Arbeitslosenquote ging gegenüber Februar um 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,0 Prozent. Insgesamt waren 2401 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1208 (50,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1193 (49,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 422 Stellenangebote gemeldet. Das waren 53 oder 14,4 Prozent mehr als im Vormonat und 110 oder 35,3 Prozent mehr als im März 2014. Aktuell sind 1068 offene Stellenangebote im Bestand, 262 oder 32,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent verringert. Im März 2014 lag sie bei 8,0 Prozent. Damit bleibt Pforzheim Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 4778 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1603 (33,5 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3175 (66,5 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 291 Stellenangebote gemeldet. Das waren 37 oder 14,6 Prozent mehr als im Vormonat und 68 oder 30,5 Prozent mehr als im März 2014. Derzeit sind 838 offene Stellenangebote im Bestand, 66 oder 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stellenmarkt

Am Stichtag waren 3920 offene Stellen gemeldet, 297 oder 8,2 Prozent mehr als im Vormonat und 545 oder 16,1 Prozent mehr als im März 2014.

Gesucht werden derzeit insbesondere IT-Fachkräfte, Restaurantfachleute, Köche, Krankenpfleger, Altenpfleger, Erzieherinnen, Berufskraftfahrer und Fachkräfte in nahezu allen Handwerksberufen.

Ausbildungsstellenmarkt

In den ersten sechs Monaten des Berufsberatungsjahres 2014/2015 wurden der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim insgesamt 3462 Ausbildungsplätze gemeldet, 67 oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten Bewerber ging um 319 oder 10,3 Prozent auf 2785 zurück.

Ende März waren 1566 Bewerber noch unversorgt und 2061 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Rein rechnerisch stehen somit jedem noch unversorgten Bewerber 1,32 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung.

„Es hat sich ein Bewerbermarkt etabliert. Für die Jugendlichen wird es immer leichter, einen Ausbildungsplatz zu finden und für Betriebe schwieriger, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Der Trend zu höheren Schulabschlüssen und einer steigenden Studierneigung setzt sich fort, das Interesse an dualen Ausbildungen nimmt ab. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass der Wettbewerb um den begehrten Nachwuchs immer früher beginnt. Ich rate den jungen Leuten deshalb, frühzeitig mit den Berufsberaterinnen und -beratern einen Termin zu vereinbaren. Die Auswahl an Ausbildungsplätzen und die Wahrscheinlichkeit, eine Lehrstelle im Wunschberuf zu bekommen, ist dann viel größer. Unsere Region bietet viele attraktive Ausbildungsstellen“, so Schwab.

Top 10 der angebotenen Ausbildungsberufe

Ausbildungsstellen werden vor allem in folgenden Berufen angeboten: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (209), Koch/Köchin (187 Stellen), Industriekaufmann/-frau (171), Restaurantfachmann/-frau (160), Hotelfachmann/-frau (147), Industriemechaniker/in (146), Verkäufer/in (115), Zerspanungsmechaniker/in (104), Werkzeugmechaniker/in (89), Bankkaufmann/-frau (73).

Hauptberufswünsche der Bewerberinnen

Industriekauffrau (127), Kauffrau für Büromanagement (115), Medizinische Fachangestellte (103), Kauffrau im Einzelhandel (95), Verkäuferin (77), Friseurin (46), Verwaltungsfachangestellte (45), Bankkauffrau (44), Bürokauffrau (31), Sozialversicherungsfachangestellte (23).

Hauptberufswünsche der Bewerber

Kraftfahrzeugmechatroniker - PKW-Technik (150), Industriemechaniker (146), Industriekaufmann (79), Kaufmann im Einzelhandel (78), Werkzeugmechaniker (65), Zerspanungsmechaniker (55), Mechatroniker (49), Fachkraft – Lagerlogistik (47), Tischler (43), Verkäufer (41).

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