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Gemeinschaftsstand der Region Nordschwarzwald auf der Expo Real. WFG
Gemeinschaftsstand der Region Nordschwarzwald auf der Expo Real. WFG
07.10.2015

Auch auf Immobilien-Messe Expo Real geht es um Flüchtlingsproblematik

Hunderttausende Wohnungen werden in den kommenden Jahren benötigt, um Flüchtlinge in Deutschland dauerhaft unterzubringen. Auf der größten europäischen Immobilienmesse Expo Real in München sorgt das Thema für hitzige Diskussionen. Die Bundesarchitektenkammer geht davon aus, dass zusätzlich mehr als 400 000 Wohnungen benötigt werden. Dabei dürften die hohen Bau- und Sicherheitsstandards in den Unterkünften aber nicht abgesenkt werden, warnte Bundesgeschäftsführer Tillman Prinz. „Wir sind gegen das billige Bauen.“

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) warnte bei einer Diskussion zu Flüchtlingsunterkünften auf der Messe vor Geschäftemacherei mit der Not. Die große Nachfrage habe die Preise für Unterkünfte deutlich ansteigen lassen. „Für ein Schweinegeld gehen jetzt Ladenhüter über die Theke.“ Er appellierte an die Firmen, die Situation nicht auszunutzen, um eine maximale Rendite zu erwirtschaften. „Bitte, ein bisschen ist es eine Situation, wo man Gemeinsinn an den Tag legen muss.“ Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen befürchtet angesichts des Zeitdrucks, unter dem die Kommunen stehen, eilig errichte Zweckbauten in den Städten. „Und dann stehen die Häuser herum und man wird sie nicht mehr los“, sagte Präsident Alexander Rudolphi.

Um die Baukosten im sozialen Wohnungsbau trotz hoher Baustandards zu senken, wäre nach Auffassung der Architektenkammer eine Lockerung bei den Vorgaben für Parkplätze sinnvoll. Durch jeden einzelnen Parkplatz, der für ein Wohngebäude bereitgestellt werden muss, verteuere sich das Bauen um mehr als 30 000 Euro.

Auf der Expo Real sind die Region Nordschwarzwald mit einem WFG-Gemeinschaftsstand sowie die Stadt Pforzheim vertreten. „Wichtig ist der persönliche Kontakt zu den Entscheidern. Unsere Standorte im Nordschwarzwald bieten gut angebundene Gewerbeobjekte und Raum für Expansionen“, betonte der Calwer Landrat und WFG-Aufsichtsratschef Helmut Riegger.