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Dieter Zetsche bleibt noch länger auf dem Chefsessel.  MURAT
Dieter Zetsche bleibt noch länger auf dem Chefsessel.  MURAT
17.02.2016

Aufsichtsrat verlängert Vertrag von Dieter Zetsche um volle drei Jahre

Dass sich die Lage für Dieter Zetsche inzwischen deutlich entspannt hat, darauf deutet auch seine Garderobe hin. Zu Anlässen, zu denen Zetsche früher im Anzug aufgetaucht wäre, trägt er im Gegensatz zu seinen Vorstandskollegen inzwischen gern mal Jeans. „Mittlerweile kann Zetsche über Wasser gehen“, sagte Branchenkenner Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch-Gladbach vor kurzem scherzhaft.

Der Aufsichtsrat hat seinen Vertrag am Dienstag um drei Jahre bis 2019 verlängert. Noch vor drei Jahren sah das ganz anders aus. Damals verweigerten die Arbeitnehmervertreter Zetsche, der am 5. Mai seinen 63. Geburtstag feiert, die uneingeschränkte Vertragsverlängerung.

Der Daimler-Chef ist schon jetzt der dienstälteste Autoboss in Deutschland. Seit zehn Jahren ist der 1953 in Istanbul geborene, promovierte Diplomingenieur inzwischen im Amt. Dass er den Konzern im vergangenen Jahr zu neuen Rekorden geführt hat, dürfte auch seiner Leidenschaft für Autos geschuldet sein. Zetsche greift auch mal höchstpersönlich in die Fahrzeug-Entwicklung ein. Selten lässt er es sich nehmen, neue Modelle selbst Probe zu fahren.

Nach der Jahrtausendwende bestand Zetsche seine Bewährungsprobe bei Daimler in den USA. Er wurde nach Detroit geschickt, um die heftig schlingernde Chrysler Group wieder auf Kurs zu bringen. Anfang 2006 kehrte er als frischgebackener Daimler-Chef nach Stuttgart zurück.

Rückendeckung bekommt der Manager auch von der Justiz: Die Abmahnungen gegen Mercedes-Mitarbeiter in Bremen nach einem spontanen Streik sind rechtens. Das hat das Arbeitsgericht der Hansestadt entschieden. Daimler müsse die Abmahnungen nicht aus den Personalakten entfernen, sagte die Vorsitzende Richterin Paola Bosch. Die Mitarbeiter hatten gegen die Auslagerung von Jobs protestiert.