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Die Rettungsbemühungen für die UPM-Papierfabrik in Albbruck sind gescheitert. Das Werk soll im Januar 2012 stillgelegt werden; 560 Beschäftigte würden dabei ihren Arbeitsplatz verlieren.
Die Rettungsbemühungen für die UPM-Papierfabrik in Albbruck sind gescheitert. Das Werk soll im Januar 2012 stillgelegt werden; 560 Beschäftigte würden dabei ihren Arbeitsplatz verlieren. © dpa
27.11.2011

Aus für Papierfabrik Albbruck - Region sucht neues Konzept

Albbruck. Die Rettungsbemühungen für die UPM-Papierfabrik in Albbruck (Kreis Waldshut) sind gescheitert. Das Werk wird im Januar stillgelegt; 560 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Dies gab UPM-Deutschlandchef Hartmut Wurster am Samstag in Albbruck bekannt. In den kommenden Wochen sollen Sozialpläne für die Mitarbeiter erstellt werden. Rund 1000 weitere Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region sind von der Fabrik abhängig.

Die Gespräche mit einem möglichen Investor seien ergebnislos geblieben, sagte Wurster. Es gebe allerdings noch zwei Kaufinteressenten für das Werksgelände.

«Dies ist ein schwarzer Tag für Albbruck», sagte der Bürgermeister Stefan Kaiser (parteilos). Die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb habe sich nicht erfüllt. Nun hoffe er, dass auf dem Gelände ein anderer Betrieb neue Arbeitsplätze schaffen könne.

Zum dritten Mal waren am Samstag in Albbruck alle Beteiligten zu einem Runden Tisch zusammengekommen, darunter auch ein Vertreter der Landesregierung. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hatte sich in den vergangenen Wochen für die Rettung des Werks stark gemacht. Ministerialdirektor Daniel Rousta sagte am Wochenende: «Wir sind in der Runde übereingekommen, unser Gespräch mit einem neuen, positiven Ansatz weiterzuführen und nun gemeinsam an einem regionalen Entwicklungskonzept zu arbeiten.» Der Wirtschaftsraum Hochrhein habe eine Reihe von positiven Standortpotenzialen. Die 1882 gegründete Papierfabrik ist das größte Unternehmen der 7300-Einwohner-Gemeinde am Hochrhein und einer der ältesten Industriebetriebe der Region. Der finnische Papierkonzern UPM gab Ende 2010 die Übernahme der Fabrik bekannt, die zuvor zum Konkurrenten Myllykoski Corporation gehört hatte. Aus Sicht der Gewerkschaft wird das gut ausgelastete Werk nur deshalb geschlossen, weil UPM angesichts von Überkapazitäten am Markt das Papierangebot verknappen wolle, um die Preise hochzutreiben. dpa