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Die Produktion im Stammwerk in Geislingen läuft aus. Foto: Anspach

Aus für WMF-Kochtöpfe am Standort Geislingen

Geislingen/Birkenfeld. Rund drei Jahre nach der Übernahme des Traditionsunternehmens WMF hat die französische Groupe SEB die Einstellung der Produktion von Edelstahlkochtöpfen in Baden-Württemberg angekündigt. Die Fertigung am WMF-Standort Geislingen an der Steige sei „defizitär“, heißt es in einer am Donnerstag von WMF verbreiteten SEB-Mitteilung. Zur WMF-Gruppe gehört auch die Firma proheq in Birkenfed (vormals Besteckfabrik Hepp).

Im Zuge eines Programms mit dem Titel „Agenda 21“ zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von WMF solle „die Fertigung von Edelstahl-Kochgeschirr in Geislingen bis Ende des Jahres 2020 an andere Standorte des Unternehmens in Europa verlagert“ werden. Welche Länder dafür in Frage kommen, wollte ein Firmensprecher nicht sagen. Dazu sowie über den ebenfalls geplanten Abbau von 400 Arbeitsplätzen sollen demnach erst in den nächsten Wochen konkrete Absprachen und Entscheidungen getroffen werden.

Führender Anbieter

SEB hatte den Küchengeräte-Hersteller im Mai 2016 von den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für mehr als 1,5 Milliarden Euro gekauft. Der französische Konzern ist bekannt für Marken wie Moulinex oder Krups. Die Gruppe wurde eigenen Angaben zufolge mit der Übernahme von WMF zum Weltmarktführer bei gewerblichen Kaffeevollautomaten und zu einem der größten Anbieter für Küchenausstattung. Der schwäbische Hersteller von Kaffeemaschinen, Töpfen, Besteck und Küchengeräten war zuletzt in Turbulenzen geraten und hatte sich daraufhin ein striktes Sparprogramm auferlegt.

Die WMF wurde im Jahr 1853 als Metallwarenfabrik Straub & Schweizer in Geislingen gegründet.