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Mehr Jugendliche beginnen eine Ausbildung – hier prüft Azubi Philipp Bathke die Anschlüsse an einem Batteriespeicher. Foto: dpa/Büttner
Mehr Jugendliche beginnen eine Ausbildung – hier prüft Azubi Philipp Bathke die Anschlüsse an einem Batteriespeicher. Foto: dpa/Büttner
16.08.2018

Ausbildung wieder im Kommen: Zahl der Lehrverträge im Nordschwarzwald steigt

Frankfurt/Pforzheim. Es geht aufwärts – zumindest was die Zahl der Lehrlinge im Nordschwarzwald angeht. Für manche Unternehmen wird es jedoch schwieriger, Auszubildende zu finden, vor allem das Handwerk klagt über Nachwuchsmangel.

Zwar schlossen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 wieder mehr junge Menschen einen neuen Lehrvertrag ab. Vor allem die Zahl ausländischer Berufsanfänger stieg deutlich. Doch das Problem ist damit nicht gelöst.

Im Bereich der Arbeitsagentur Nagold/Pforzheim waren Ende Juli 3594 Bewerber gemeldet (plus 277). Die Zahl der Ausbildungsplätze lag bei 4281 (plus 341). In Pforzheim gab es 745 Bewerber (plus 91) für 989 offene Stellen (plus 214). Im Enzkreis gab es 1018 Bewerber (plus 85) für 1011 gemeldete Ausbildungsplätze (plus 126).

Bei der IHK Nordschwarzwald lagen Ende Juli 1857 neue Lehrverträge vor (plus 2,1 Prozent). Die Zahlen steigen noch, da im Monatsverlauf noch viele abgeschlossene Verträge eingehen. Positiv kann festgestellt werden, dass sowohl in Pforzheim mit 464 Auszubildenden (Vorjahr 414) als auch dem Enzkreis mit 530 (470) wieder verstärkt ausgebildet wird.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet jedoch damit, dass es in diesem Jahr weniger Bewerber als Stellen geben wird. Bis Juli wurden 531.426 Lehrstellen fürs neue Ausbildungsjahr gemeldet, aber nur 501.878 Interessenten. Das Problem: Die Schülerzahlen sinken, während der Bedarf der Firmen an Mitarbeitern in der guten Konjunktur steigt. Schon seit geraumer Zeit steigt nach Angaben der BA die Zahl der gemeldeten unbesetzten Stellen, auch weil Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen passen. Offene Stellen und Bewerber sind regional ungleich verteilt. Zudem sind die Berufswünsche junger Menschen und das Lehrstellenangebot nicht immer deckungsgleich.

Am beliebtesten bei Berufsanfängern war auch im vergangenen Jahr die Lehre im Einzelhandel mit 28.500 Verträgen. Es folgten Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker sowie Industriekaufleute. Knapp ein Viertel aller neu abgeschlossenen Verträge konzentrierte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf diese fünf Ausbildungsberufe.

Andere Branchen suchen dagegen verzweifelt Nachwuchs. „Generell gibt es für eine Ausbildung im Bürobereich und in der Verwaltung viele Interessenten. Für viele Berufe im Handwerk oder Baugewerbe gibt es dagegen vergleichsweise wenige Bewerber“, erläuterte ein BA-Sprecher.

Im vergangenen Jahr schlossen insgesamt 515.700 junge Menschen einen neuen Lehrvertrag ab. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,1 Prozent mehr als 2016. Der Anstieg ist allein darauf zurückzuführen, dass mehr junge Männer eine Lehre begannen (plus 3,7 Prozent). Einen besonders starken Zuwachs gab es bei männlichen Berufsanfängern aus dem Ausland. Die Zahl der von ihnen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg um 9900 auf 37.275.

Die Zahl Geflüchteter aus Afghanistan und Syrien, die eine Lehre anfingen, erhöhte sich auf 10.000 – das waren 7.000 mehr als im Jahr zuvor. 820 Frauen (380) machen eine Ausbildung.