nach oben
VW-Aktionäre könnten in diesem Jahr leer ausgehen. Lübke
VW-Aktionäre könnten in diesem Jahr leer ausgehen. Lübke
30.03.2016

Ausfall der Dividende droht - VW-Aktionäre müssen deutlich kürzertreten

Die Folgen des Abgas-Skandals dürften auch die VW-Aktionäre zu spüren bekommen: Sie müssen angesichts drohender Milliardenstrafen im „Dieselgate“ einen Totalausfall bei der Dividende fürchten. Es stehe noch nichts endgültig fest, „aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt“, sagte dazu ein VW-Aufsichtsratsmitglied.

Analysten hatten zuletzt im Schnitt noch mit knapp 1,50 Euro pro Aktie gerechnet. Ein Konzernsprecher sagte auf Anfrage lediglich: „Wir werden uns am 28. April im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz zu Details unserer Geschäftszahlen äußern.“

Die Börse strafte Europas größten Autobauer am Dienstag ab. Gegen den Aufwärtstrend im Dax und in der europäischen Autobranche gaben die VW-Vorzugsaktien am Vormittag um knapp 1,5 Prozent nach.Der zweitgrößte VW-Aktionär Niedersachsen blickt mit Sorge, aber ohne Panik auf einen möglichen Ausfall bei der Dividende des Autobauers. „Es gäbe keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Landeshaushalt“, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Das Land hält jede fünfte VW-Stammaktie, an denen die Stimmrechte und damit die Einflussmöglichkeiten in dem Konzern hängen. Vor einem Jahr hatte Niedersachsen 285 Millionen Euro Dividende eingestrichen. Auch in den Rekordjahren zuvor war das Füllhorn stets bestens bestückt.

Für 2014 zahlte der Konzern für jede VW-Stammaktie 4,80 Euro, für jede Vorzugsaktie 4,86 Euro Dividende. Insgesamt schüttete Volkswagen zuletzt rund 2,3 Milliarden Euro seines Gewinns an die Aktionäre aus. Größter Anteilseigner ist die Porsche SE, die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird. Neben Niedersachsen hält auch der Staatsfonds des Emirats Katar ein großes Aktienpaket.

Am Dienstagabend wurde bekannt, dass sich VW in der Abgas-Affäre einer weiteren brisanten Klage gegenüber sieht. Die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) teilte mit, ein Verfahren wegen irreführender Werbung eingeleitet zu haben. Es geht um Wiedergutmachung von Milliardenschäden von US-Autobesitzern.