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Konzern-Chef Wolf-Henning Scheider. Foto: Naupold
Konzern-Chef Wolf-Henning Scheider. Foto: Naupold
08.09.2015

Autozulieferer Mahle beendet Einkaufstour

Der Autozulieferer Mahle legt eine Verschnaufpause ein. In den kommenden Jahren gehe es vorrangig um die Integration der neuen Firmenteile in den Konzern, sagte Mahle-Chef Wolf-Henning Scheider gestern in Stuttgart.

Stuttgart/Mühlacker. Weitere Zukäufe seien zwar möglich, diese würden aber nur eher kleine Firmen mit Umsätzen im niedrigen zweitstelligen Bereich betreffen. „Die großen Themen haben wir erstmal abgeschlossen.“ Mahle hat beträchtliche Aufkäufe hinter sich, etwa den deutschen Klimaanlagen-Bauer Behr und die slowenische Letrika-Gruppe. Mit diesen Akquisitionen wurden Aufgabenfelder außerhalb des klassischen Geschäfts mit Verbrennungsmotor-Komponenten gestärkt, etwa die Klimatechnik und Elektromobilität. Vom Verbrennungsmotor „verabschieden“ wolle man sich aber keineswegs, betonte Scheider.

Für 2015 peilt der Konzernchef einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro an, verglichen mit vor fünf Jahren wäre das mehr als eine Verdopplung (5,3 Milliarden). Neu in den Mahle-Büchern sind bis Jahresende zudem die aufgekaufte Klimaanlagen-Sparte des US-Konkurrenten Delphi sowie eine japanische Elektromotor-Firma namens Kokusan Denki. Scheider legte Zahlen vor, die insgesamt durchaus positiv waren – so stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,2 Prozent auf 324,5 Millionen Euro. Vor allem wegen einer höheren Pensionslast sank der Überschuss allerdings um 11 Prozent auf 130 Millionen Euro.

Die Erlöse kletterten den Angaben zufolge von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 5,53 Milliarden Euro. Mit 7,8 Prozentpunkten entfiel der Löwenanteil dieses Gesamtwerts aber auf Währungskurseffekte, also den schwachen Euro und die dadurch in Europa verbilligte Produktion. Das „organische Wachstum“ wird Mahle nach Einschätzung des Konzernchefs aber nicht bis Jahresende halten können. Zur Begründung verwies er auf den zuletzt stotternden Konjunkturmotor in China. Die Mitarbeiterzahl stieg um 5,5 Prozent auf knapp 67.000. Das lag vor allem an den Aufkäufen sowie Investitionen im Ausland, so wurden in Mexiko unlängst zwei neue Werke eröffnet. In Deutschland blieb die Beschäftigtenzahl mit 14.300 stabil. Zum Mahle-Konzern gehört die frühere Behr-Gruppe mit Werken in Mühlacker, Pforzheim und Vaihingen/Enz mit 1500 Beschäftigten.