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Auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bedacht: das Modell des Baden-Württemberg Hauses für die Expo 2020/21 in Dubai. Baden-Württemberg Expo 2020 GmbH 

Baden-Württemberg stellt als einzige Region neben 192 Ländern ein Pavillon auf der Expo – Projekt drohte zu scheitern

Es geht um Image, Exportaufträge und eine unklare Finanzierung: Baden-Württemberg stellt als einzige Region, neben 192 Ländern, ein Pavillon auf der Weltausstellung 2020/21 in Dubai – das gab es bisher noch nie. Doch das Prestigeprojekt drohte vergangene Woche beinahe zu platzen.

Der Streitpunkt: Das Ausstellungshaus soll 13,3 Millionen Euro kosten, aber nur 2,8 Millionen Euro kommen aus öffentlicher Hand. Den Rest sollen Spender aus der Wirtschaft finanzieren – mündliche Zusagen hätte es gegeben, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Für Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz ginge es darum, die Finanzierung „in einem sauberen und geordneten Verfahren“ zu bewältigen, so das Blatt. Die Projektträger – baden-württembergische Ingenieurkammer, Stuttgarter Fraunhofer-Gesellschaft und Messe Freiburg – benötigten aber eine schnelle Zusage für eine Bürgschaft, um die Aufträge an den Bauträger geben zu können. Der Spatenstich sollte schon im November erfolgen.

Vergangene Woche hat sich die grün-schwarze Koalition dann doch noch darauf geeinigt, den eigenen Pavillon in Dubai für die Expo abzusichern: Zwar nicht mit einer Bürgschaft, aber mit einer sogenannten Fehlbetragsförderung in Höhe von drei Millionen Euro, bestätigt Erik Schweickert (FDP), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtags und Initiator des Projekts, im PZ-Gespräch. „Noch sind nicht alle Fragen zur Finanzierung des Stands bei der Expo geklärt“, sagt Schweickert. „Dieser muss ein Erfolg werden, es geht um nichts weniger als den Eindruck, den wir als starkes Exportland weltweit machen.“ Die von Grün-Schwarz zugesagte Fehlbetragsförderung sei nur ein erster Schritt. Nun müsse aber auch ein klares Bekenntnis der Landesregierung und des Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann (Grüne), folgen. „Sie muss sich auch in der Pflicht sehen, bei den Sponsoren für die richtige Motivation zu sorgen. Mit der nun gefundenen Einigung innerhalb der Landesregierung gehe ich aber davon aus, dass sie endlich ohne Vorbehalt geschlossen hinter diesem Projekt steht“, so der Landtagsabgeordnete.

Der Pavillons verstehe sich als „Bühne für die im Land ansässigen mittelständischen Unternehmen, Konzerne, Bildungs- und Forschungseinrichtungen“, so das Konzept. Auch die Kulinarik und der Tourismus sollen nicht zu kurz kommen.

Untergebracht sollen die Zugpferde in einem Bau, der vor Innovation nur so strotzt: ein Kaltluftsee, der durch eine natürlich erzeugte Wolke den Schwarzwald in die Wüste holt, eine Smart Factory und nachhaltiges Design.

Katharina Lindt

Katharina Lindt

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