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Andreas Scheuer stellt die Pläne für den Bahnausbau vor. Foto: Kappeler
Andreas Scheuer stellt die Pläne für den Bahnausbau vor. Foto: Kappeler
07.11.2018

Bahn plant „Riesenschritt“: Mehr als zwei Dutzend Projekte besitzen nun höchste Dringlichkeit

Beriln. Hunderttausende Bahnkunden in Deutschland erleben das täglich: Viele große Bahnhöfe sind überlastet – das sorgt für ärgerliche Verspätungen. Für wichtige Eisenbahn-Knotenpunkte ist nun ein Ausbau geplant. Damit sollen Engpässe beseitigt, Fahrzeiten verkürzt und der Zugverkehr attraktiver gemacht werden.

Daneben sind der Aus- und Neubau sowie die Elektrifizierung von Bahnstrecken vorgesehen. Es geht um Milliardenprojekte, die mittel- und langfristig angelegt sind. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach am Dienstag in Berlin von einem „Riesenschritt“.

Sein Ressort stufte zahlreiche Bahnprojekte im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie hoch. Das bedeutet, dass diese Vorhaben jetzt vordringlich geplant und umgesetzt werden. Scheuer betonte, es handle sich um Projekte, bei denen es nicht schon „morgen“ einen Spatenstich gebe und die „übermorgen“ fertig seien. Es werde bei den konkreten Planungen noch erhebliche Diskussionen geben. Bei den Bahn-Knotenpunkten geht es um Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim und München.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie „potenzieller Bedarf“. 44 dieser Projekte wurden in den vergangenen Monaten von Gutachtern auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht. 29 steigen nun in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf. Die Hochstufung von Bahn-Projekten dient auch der Umsetzung des „Deutschlandtakts“. Für Bahnkunden soll in den kommenden Jahren ein grundlegend neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen aufgebaut werden.

Hochgestufte Projekte im Südwesten

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat mehrere Bahnprojekte in Baden-Württemberg in die Top-Kategorie mit einer gesicherten Finanzierung hochgestuft. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 rückt zum Beispiel der Bahnknoten Mannheim in die Liste der wichtigsten Projekte, den sogenannten Vordringlichen Bedarf, auf, wie das Ministerium gestern mitteilte. Hinzu kommt der Neubau der Studernheimer Kurve, der Teil des Knotens sein wird. Außerdem steht der Ausbau der Bahnstrecke von Stuttgart über Backnang/Schwäbisch Gmünd und Aalen nach Nürnberg sowie von Kehl nach Appenweier auf der Liste.