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Symbolbild dpa

Banken-Ehen selten glücklich: Fusionen in der Vergangenheit nicht gerade von Erfolg gekrönt

Frankfurt. Die mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank erhitzt die Gemüter. Gemessen an der Bilanzsumme würde das zweitgrößte Geldhaus im Euroraum nach der französischen BNP Paribas entstehen.

Doch Größe allein ist keine Garantie für Erfolg. Das zeigt so mancher zunächst als „Meilenstein“ gefeierter Zusammenschluss in der deutschen Finanzbranche.

Die Bayerische Bankenhochzeit: Aus dem Zusammenschluss der Hypobank und der Vereinsbank geht 1998 die neue Bayerische Hypo- und Vereinsbank (HVB) hervor. Die Fusion ist die bis dahin größte in der deutschen Bankengeschichte. Im Rückblick ist sie allerdings nicht unbedingt als Erfolg anzusehen. Beide Banken, vor allem aber die Hypo-Bank, waren nach der Wiedervereinigung stark in Ostdeutschland engagiert. Als die Immobilienmärkte dort in die Krise gerieten, standen die Institute mit massenweise faulen Krediten in den Büchern da. Im Jahr 2005 übernahm die italienische Unicredit schließlich die HVB, Filialschließungen und Stellenabbau folgten.

Der Allfinanz-Konzern: Es sollte ein „Bilderbuchstart in die Welt der integrierten Finanzdienstleistungen“ sein. Am 1. April 2001 genehmigten die Aufsichtsräte der Allianz und der Dresdner Bank die Übernahme des Kreditinstitutes durch den Versicherungskonzern für etwa 23 Milliarden Euro. Der Zusammenschluss sollte neue Vertriebschancen für Versicherungs- und Bankprodukte bieten – über Bankschalter und Allianz-Vertreter. Doch lange Zeit bescherte die Tochter dem Münchner Versicherungsriesen teils drastische Verluste.

Ein zweiter Deutscher Champion: Die Commerzbank übernimmt für insgesamt 9,8 Milliarden Euro die Dresdner Bank von der Allianz. Der Dresdner-Bank-Kauf im Spätsommer 2008 lässt die Manager von einem „Meilenstein in der deutschen Bankenkonsolidierung“ schwärmen. Ein „zweiter deutscher Champion“ sollte sie werden, die „neue Commerzbank“. Doch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers stürzte die Finanzmärkte ins Chaos. Bis heute ist der Bund mit rund 15 Prozent größter Anteilseigner der Commerzbank.

Das Spitzeninstitut der Genosssen: Nach mehreren vergeblichen Anläufen schließen sich die genossenschaftlichen Zentralbanken DZ und WGZ Bank zum 1. August 2016 zum Spitzeninstitut für die aktuell gut 900 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland zusammen. Gemessen an der Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro zum damaligen Zeitpunkt entsteht das drittgrößte Institut in Deutschland nach Deutscher Bank und Commerzbank. Bislang läuft die Integration trotz Stellenabbaus geräuschlos.

Wechselvolle Geschichte: Ein „Powerhouse“ sollte das um 14 Millionen Postbankkunden erweiterte Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank werden. Ende 2010 sicherten sich die Frankfurter die Mehrheit bei der Postbank. Gut sechs Milliarden Euro legte die Deutsche Bank unter ihrem damaligen Vorstandschef Josef Ackermann für den gelben Riesen auf den Tisch. Doch die hohen Erwartungen erfüllten sich nicht.