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Nicht nur im Berliner Hansaviertel wird derzeit viel gebaut. Foto: Bänsch
Nicht nur im Berliner Hansaviertel wird derzeit viel gebaut. Foto: Bänsch
17.08.2018

Bauboom hat Lücken: Der Wohnungsmarkt profitiert längst nicht überall

Frankfurt. Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. „Im ersten Halbjahr 2018 wurden erneut zu wenige Wohnungen genehmigt. Geht dieser Trend so weiter, werden auch in diesem Jahr die notwendigen 400 000 Wohnungen nicht einmal bei den Genehmigungen erreicht“, monierte gestern der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Axel Gedaschko.

Um die große Nachfrage nach Immobilien zu decken, müssen pro Jahr nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft zwischen 350 000 und 400 000 Wohnungen in Deutschland entstehen. Im vergangenen Jahr wurden knapp 285 000 Wohnungen gebaut. Der GdW warnte, wenn die Politik nicht handele, werde „der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in vielen Großstädten zum größten sozialen Problem der nächsten Jahre werden“.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2018 zum Vorjahreszeitraum zwar um 0,6 Prozent auf knapp 168 500. Das Minus ist nach Angaben der Behörde von gestern aber vor allem auf einen deutlichen Rückgang beim Neubau von Wohnungen in Wohnheimen zurückzuführen, zu denen auch Unterkünfte für Flüchtlinge zählen.