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Für viele bleiben die eigenen vier Wände ein Traum. Foto: Fotolia
Für viele bleiben die eigenen vier Wände ein Traum. Foto: Fotolia
18.08.2017

Bauen in Deutschland ist teuer – „Schuld hat die Politik“

Stuttgart. Wer in der Bundesrepublik Wohneigentum erwerben möchte, muss zum Kaufpreis bis zu 15 Prozent an zusätzlichen Kosten einkalkulieren, beklagte der Landesverband Bauwirtschaft am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

„Während in Deutschland der Grunderwerbsteuersatz je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent liegt, beträgt er in Holland lediglich zwei Prozent.“ Als wahrer Kostentreiber entwickeln sich in Deutschland überdies die zahlreichen gesetzlichen Vorgaben beim Bauen, wodurch die Baunebenkosten in den letzten Jahren massiv in die Höhe geschnellt sind. Mehrfache Verschärfungen der Vorschriften gab es insbesondere beim Thema Energieeinsparung sowie beim Lärm- und Brandschutz.

„In Baden-Württemberg werden sogar Fahrradstellplätze und im städtischen Bereich Dachbegrünungen beim Hausbau vorgeschrieben, was die Kosten immer weiter nach oben treibt“, betont Verbandsgeschäftsführer Dieter Diener. Laut Berechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie sind mittlerweile bis zu 40 Prozent der Preissteigerungen beim Wohnungsbau der Politik geschuldet. Für Diener eine beinahe schon schizophrene Situation: „Einerseits verlangt die Politik, dass möglichst preiswert gebaut wird, damit Wohnen auch für Durchschnittsfamilien bezahlbar bleibt. Andererseits dreht sie mit jeder neuen gesetzlichen Auflage weiter an der Preisspirale.“

Baden-Württemberg habe seine Grunderwerbsteuer 2011 von 3,5 auf fünf Prozent erhöht, nachdem die Bundesländer diese seit 2006 selbst festlegen dürfen und damit eine zusätzliche Einnahmequelle für sich entdeckt haben.

Neben der Grunderwerbsteuer schlagen auch die hohen Notar- und Grundbuchkosten ordentlich zu Buche. Außerdem würden hohe Maklergebühren fällig, sagt Diener.