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20.05.2016

Bayer will Monsanto übernehmen – Aktie bricht ein

Mit einer milliardenschweren Übernahme des US-Saargutkonzerns Monsanto will der deutsche Chemieriese Bayer sein Agrargeschäft stärken. Vertreter von Bayer hätten sich kürzlich mit Mitgliedern der Monsanto-Geschäftsführung getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Fusion zu sprechen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.

Das US-Unternehmen steht wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem stellt Monsanto den weltweit meistgenutzten Unkrautvernichter „Roundup“ mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat her.

Wie berichtet, steht Glyphosat im Verdacht, Krebs zu erregen. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird das Herbizid vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet, in Deutschland kommt es auf etwa 40 Prozent der Felder zum Einsatz. Die europäische Zulassung für Glyphosat läuft Ende Juni aus, bei einem Treffen von Vertretern der 28 EU-Staaten in Brüssel gestern kam es nicht zur Abstimmung und damit auch nicht zu einer Mehrheit für oder gegen die Neuzulassung. Umweltschützer und Grüne kritisierten die geplante Fusion. Dirk Zimmermann von Greenpeace warnte, eine zu große Konzentration im Markt führe zu weniger Vielfalt und höheren Saatgutpreisen.

Agrargeschäft wird wichtiger

Mit Monsanto würde das Agrargeschäft bei Bayer eine viel größere Rolle spielen. Eine Übernahme würde das Kerngeschäft stärken, so die Leverkusener. Der Verwaltungsrat des US-Konzerns will die Offerte jetzt prüfen. Monsanto war an der Börse zuletzt etwa 42 Milliarden Dollar (gut 37 Milliarden Euro) wert. Bayer kam 2015 auf einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro.

Die Aktien der Leverkusener stürzten nach der Mitteilung im Dax bis zum Nachmittag um mehr als acht Prozent ab. Man rechne mit einem zu hohen Kaufpreis, so ein Sprecher der Anlegerschutzvereinigung DSW. Die Monsanto-Papiere legten vorbörslich acht Prozent zu.

dpa