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Daniel Gerstner (links) und Mitarbeiter Detlef Reiling mit einem Korbsarg aus fairem Handel und nachhaltiger Herstellung aus Bambus und Bananenblättern.
Daniel Gerstner (links) und Mitarbeiter Detlef Reiling mit einem Korbsarg aus fairem Handel und nachhaltiger Herstellung aus Bambus und Bananenblättern.
Christof Hilligardt hat mit seinem Team schon etliche Goldmedaillen auf Bundesgartenschauen geholt, wenn es um herausragende Grabbepflanzung geht.  SEIBEL
Christof Hilligardt hat mit seinem Team schon etliche Goldmedaillen auf Bundesgartenschauen geholt, wenn es um herausragende Grabbepflanzung geht. SEIBEL
01.11.2015

Begräbniskultur als Wirtschaftsfaktor

Momentan haben die 25 Mitarbeiter der Friedhofsgärtnerei Hilligardt alle Hände voll zu tun. Die Tage vor Allerheiligen bedeuten Hochsaison auf den Grabstätten, die vom Pforzheimer Unternehmen betreut werden. Doch zu tun gibt es eigentlich immer etwas.

Zwischen 400 und 500 Euro lassen sich Kunden die ganzjährige Pflege eines Familiengrabes im Durchschnitt kosten. Dreimal im Jahr wird es neu bepflanzt. „Viele Kunden wollen dabei sein, das finde ich ganz toll“, berichtet Christof Hilligardt.

Seit 110 Jahren besteht der Betrieb an der Pforzheimer Wolfsbergallee, die heute in vierter Familiengeneration von Christof Hilligardt (58) geführt wird. Auch sein Sohn Georg (29) ist seit einigen Jahren im Unternehmen tätig. Dessen Großvater Heinz Hilligardt erweiterte 1955 die Gemüse- und Zierpflanzengärtnerei um den Dienstleistungsbereich der Grabpflege – in wenigen Jahren wurde daraus die führende Friedhofsgärtnerei der Goldstadt.

Überregionale Aufmerksamkeit erntet das Familienunternehmen durch die Beteiligung an mehreren Bundesgartenschauen. Mit Goldmedaillen wurden die Arbeiten der Pforzheimer Friedhofsgärtner bei den Leistungsschauen in Koblenz, Schwerin und München ausgezeichnet.

Die liebevolle und kreative Gestaltung in der Kategorie „Familiengräber“ überzeugte die Jury – ebenso wie viele Kunden in Pforzheim. Hilligardt ist im Verband der badischen Friedhofsgärtnereien aktiv, wo er sich auch für eine qualifizierte Ausbildung im Verbund einsetzt.

Lange Tradition auch bei Gerstner: Der Ururgroßvater von Daniel Gerstner war schon 1898 im Bestattungswesen tätig – als Leichenbeschauer und Sargschreiner. Das Familienunternehmen ist seit 1973 in der Goldstadt ansässig und sehr erfolgreich. Seit dem Jahr 2004 seien allerdings viele Kunden zurückhaltender, was die Ausgaben für eine Bestattung angeht. „Damals ist das gesetzliche Sterbegeld weggefallen.“ Neben der klassischen Erdbestattung sei in der Goldstadt der Anteil der Feuerbestattungen mit 60 Prozent traditionell hoch.

Als Spezialität bietet das Pforzheimer Unternehmen auch die Diamant-Bestattung an. Dabei wird in einem speziellen Verfahren aus der Asche des Verstorbenen der Kohlenstoff entzogen und in einem langwierigen Prozess zu einem Diamanten gepresst. „Diesen Stein kann man in ein Schmuckstück einarbeiten lassen oder in einem Etui bei sich zuhause aufbewahren, erklärt Gerstner.

Besondere Farbeffekte seien bei der Safir-Bestattung möglich. Auch andere Angebote gibt es: „Die Bestattung der Asche aus einem Heißluftballon kann im Elsass erfolgen. Dabei fährt der Ballon in geringer Höhe und die Asche wird in die Luft verstreut.“