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27.02.2008

Behr-Standorte bis 2013 gesichert

MÜHLACKER/PFORZHEIM. Rund 600 Stellen standen in Pforzheim und Mühlacker beim Kühler- und Klima-Spezialisten Behr auf dem Spiel. Die Geschäftsleitung dachte darüber nach, Fertigungsanlagen in Tschechien zu installieren.

IG Metall, die Behr GmbH & Co KG und der Betriebsrat der Region Mühlacker haben sich geeinigt: Die Vereinbarung sichert Zukunftsinvestitionen in Höhe von 14 Millionen Euro für die Region mit insgesamt 2300 Mitarbeitern in den drei Behr-Werken. Das Geld wäre ansonsten nach Tschechien geflossen.

Nach Aussage des Pforzheimer IG Metall-Chefs Martin Kunzmann konnte damit auch der Fortbestand des Produktionsstandorts Pforzheim langfristig gesichert werden. Wären die Investitionen ausgeblieben, seien vor allem die 300 Behr-Arbeitsplätze in der Goldstadt massiv gefährdet gewesen. Doch auch im Werk Mühlacker standen 300 Stellen auf dem Spiel. Jetzt soll es sogar Neueinstellungen in ähnlicher Größenordnung geben.

Betriebsratsvorsitzender Dieter Kiesling und sein Stellvertreter Heinz Rau bezeichneten die langfristige Standortsicherung als Bestätigung für die Beschäftigten, die gute Arbeit und hohe Qualität lieferten. Dies habe auch die Geschäftsleitung honoriert und sich für die Investitionen in der Region entschieden. Bis Mitte 2012 wird es keine betriebsbedingten Kündigungen bei Behr geben.

Verbunden mit der Vereinbarung sind finanzielle Zugeständnisse der Belegschaft. Das Weihnachtsgeld wird künftig an den betrieblichen Erfolg gekoppelt. Auf einem Arbeitszeitkonto werden bis zu 70 Stunden zuschlagsfreie Mehrarbeit angesammelt, die flexibel abgefeiert werden sollen.An fünf Samstagen pro Jahr muss zuschlagsfrei gearbeitet werden.

"Die Standorte sind bis ins Jahr 2013 hinein gesichert", so Harald Becker-Ehmck, Leiter der deutschen Behr-Werke. "Es freut mich, dass diese zukunftsweisenden Investitionen jetzt tatsächlich in die Region Mühlacker fließen werden."

Jürgen Holeksa, Mitglied der Geschäftsleitung von Behr Deutschland, gibt zu bedenken: "Die Region Mühlacker hat im Vergleich zu unseren tschechischen Standorten einen deutlichen Kostennachteil." Daher sei die in den Verhandlungen erreichte Kostensenkung das Minimum, um die geplanten Investitionen in die Standorte der Region betriebswirtschaftlich verantworten zu können.