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Michael Hecht (rechts) bei einem Vortrag in der Handelskammer CIPEM in Cuenca/Ecudador. Foto: Privat
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Auch von Land und Leuten in Ecuador bekam Michael Hecht viel mit. Auf die angebotene Delikatesse Meerschweinchen vom Spieß verzichtet er indes. Foto: Privat

Bildung „made in Germany“: Pforzheimer Software-Experte unterstützt Berufsschulunterricht in Ecuador

Pforzheim: Michael Hecht ist eigentlich längst in Rente – doch Unruhestand trifft es wohl besser. Er ist viel unterwegs. Zuletzt war Hecht für drei Wochen als ehrenamtlicher Seniorexperte für SES (Senior Experten Service) Bonn, einer Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, in Ecuador. Zuvor war der Pforzheimer schon zweimal bei Projekten in Nordafrika im Einsatz.

SES ist die führende deutsche Ehrenamts- und Entsendeorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand. Vom Expertenwissen profitieren im In- und Ausland kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftsverbände, soziale und medizinische Einrichtungen.

Die Planung des Auftraggebers CIPEM, der Industrie- und Handelskammer, in Cuenca, sieht im September 2019 die Einführung der dualen Ausbildungsgänge Logistik und Industriekaufmann vor“, erläuterte Hecht im Gespräch mit der PZ.

Da es in Ecuador keine Berufsschulen gibt, wird die Ausbildung an der Universität Cuenca mit dem Abschluss als Bachelor durchgeführt. Hecht wurde für dieses Projekt ausgewählt, da er mehrere Jahre an kaufmännischen Berufsschulen tätig war und danach bis zum Renteneintritt in Software-Unternehmen als Projektleiter tätig war. Mehrere Jahre unterrichtete Hecht auch Logistik als Dozent an der IHK Nordschwarzwald.

Firmenbesuche absolviert

Gemeinsam mit den für das Projekt verantwortlichen Mitarbeiterinnen der CIPEM besuchte der Senior-Experte 17 mittelständische und große Unternehmen. „Beeindruckend war für mich die Besichtigung eines Kühlschrank- und Küchenherd-Herstellers, der Lean Production und Total Quality Manangement in Perfektion umgesetzt hat.“

Voraussetzung für die Zulassung als Ausbildungsbetrieb durch CIPEM sei die Ausbildung und Prüfung als Ausbilder sowie das Vorhandensein der für die Ausbildung notwendigen Tätigkeiten, damit die Studenten qualifiziert betreut werden können, so Hecht.

„Zur Vorbereitung der dualen Logistik-Ausbildung an der Universität Cuenca nahm ich an mehreren Besprechungen mit den für die Ausbildung verantwortlichen Lehrkräften teil. Es zeigte sich, dass aufgrund kultureller und infrastruktureller Unterschiede eine 100-prozentige Umsetzung der Inhalte nicht möglich war. „So gibt es zum Beispiel in Ecuador nicht genug seriöse und qualifizierte Transportunternehmen, die eine termingerechte Warenlieferung zu den Kunden auch garantieren können.“