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Wer einen neuen Stromanbieter sucht, sollte genau hinschauen. Foto: Gabbert
Wer einen neuen Stromanbieter sucht, sollte genau hinschauen. Foto: Gabbert
06.02.2019

Billiger, aber nicht ohne Risiko: Mit BEV hat erneut ein Stromanbieter die Segel gestrichen

Essen. Der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters ist finanziell attraktiv – einige Hundert Euro kann eine Familie im Jahr sparen, wenn sie sich von einem Energiediscounter statt von Stadtwerken oder anderen etablierten Stromversorgern beliefern lässt. Doch so ein Wechsel ist nicht immer risikolos.

Das mussten jetzt die rund 500 000 Kunden des Billiganbieters Bayerische Energieversorgung (BEV) erfahren, der in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet hat. Sie bekommen zwar weiter Strom und Gas geliefert, aber nicht mehr zu den günstigen BEV-Konditionen, sondern zu den höheren Preisen ihres örtlichen Grundversorgers, der in solchen Fällen einspringen muss. Noch nicht ausgezahlte Boni, mit denen BEV Kunden angelockt hat, könnten verloren sein.

Die BEV-Insolvenz hat eine Diskussion darüber ausgelöst, ob den Billiganbietern nicht genauer auf die Finger geschaut werden müsse, und wer das tun sollte. Denn die Pleite ist nur das jüngste Beispiel unter den Billigstromanbietern. Im Jahr 2017 hatte es etwa den Anbieter Care Energy aus Hamburg erwischt. Schon etwas länger zurückliegen die Insolvenzen von Flexstrom und Teldafax mit jeweils mehreren 100 000 betroffenen Kunden.

Nach der BEV-Insolvenz sind die Vergleichsportale in die Kritik geraten. „Verbraucher wären besser geschützt, würden Vergleichsportale beim Ranking der Energieanbieter stärker berücksichtigen müssen, ob diese nur kurzfristig oder dauerhaft günstige Tarife anbieten“, hat Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, gefordert.

Die Vergleichsportale Verivox und Check.24 spielen auf dem Strommarkt eine immer wichtigere Rolle. „Fast jeder vierte Energieversorgungsvertrag von Haushaltskunden wird inzwischen über ein Vergleichsportal vermittelt“, stellte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, vergangenes Jahr fest. Alleine kann sich ein Stromkunde kaum einen Überblick über die Angebotsvielfalt verschaffen, denn im Durchschnitt kann jeder Haushalt unter 124 Anbietern wählen, wie die Bundesnetzagentur errechnet hat. Rund 4,7 Millionen von ihnen haben im Jahr 2017 ihren Stromlieferanten gewechselt.

Die Portale bekommen für die Vermittlung neuer Kunden Provisionen von den Lieferanten. Deren Höhe habe aber keinen Einfluss auf das Ranking der Angebote, versichern sie. Verivox und Co. sehen ihre Rolle auch nicht als Kontrolleure der Stromlieferanten. „Wir sind als Vergleichsportal nicht die Wächter des Marktes, sondern können den Markt nur transparent widerspiegeln“, sagte Verivox-Managerin Dagmar Ginzel.