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Alle Hände voll zu tun haben die Paketzusteller – und die Arbeit wird nicht weniger. Foto: Berg
Alle Hände voll zu tun haben die Paketzusteller – und die Arbeit wird nicht weniger. Foto: Berg
11.07.2018

Boomender Online-Handel: Paketeflut rollt durchs Land

Bonn. Der boomende Online-Handel treibt die Paketzahlen bei den Kurier-, Express,- und Paketdiensten (KEP) immer weiter nach oben. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 3,3 Milliarden Sendungen verarbeitet, 6,1 Prozent mehr als noch 2016, wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik (Biek) am Dienstag mitteilte.

In dem Verband organisiert sich die Konkurrenz des Marktführers DHL. Seit der Jahrtausendwende hat sich demnach das Sendungsvolumen nahezu verdoppelt. Und es wird in den kommenden Jahren noch mehr werden. Der Verband rechnet für 2022 mit rund 4,3 Milliarden Sendungen.

Eine solche Paketflut stellt die Zusteller vor große Probleme. Allein die Suche nach Fahrern erweist sich als wachsende Herausforderung, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Lieferwagen, die die Innenstädte verstopfen, verspätete oder verlorene Paketzustellungen und immer mehr verärgerte Kunden gehören längst zum Alltag.

Mit verschiedenen Ansätzen versuchen die Unternehmen, die Probleme in den Griff zu bekommen. In Berlin wollen fünf große Lieferdienste Pakete künftig per Lastenrad zustellen. Die Post wiederum macht Schlagzeilen mit ihrem Streetscooter, einem vollelektrischen Lieferwagen, den der Konzern in Zusammenarbeit mit Ford selbst produziert und an dem zunehmend auch Drittkunden Interesse haben.

Solche Investitionen, die wachsenden Paketmengen und der Preiskampf setzen die Branche auch finanziell unter Druck. Die Erlöse stiegen mit knapp fünf Prozent im vergangenen Jahr deutlich weniger als die Zahl der Sendungen.