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„Mobilität der Zukunft @ Bosch“ – darüber spricht Chefentwickler Bernd Heinrichs (Mitte) mit Oliver Reitz (links) und Kevin Lindauer (beide WSP). Foto: Meyer
„Mobilität der Zukunft @ Bosch“ – darüber spricht Chefentwickler Bernd Heinrichs (Mitte) mit Oliver Reitz (links) und Kevin Lindauer (beide WSP). Foto: Meyer
08.02.2019

Bosch denkt alles neu: Digitale Vernetzung im Automobil ist der entscheidende Faktor

Pforzheim. Fahrzeugbauer und Software-Spezialisten machen gemeinsame Sache. Heinrichs, Executive Vice President&Chief Digital Officer Mobility Solutions bei der Robert Bosch GmbH lud im Pforzheimer Gründerzentrum Innotec zu einer Fahrt in die digitale Zukunft ein.

Dabei habe diese Reise längst begonnen, wie Heinrich beim IT-Afterwork-Vortrag deutlich machte.

Beispiel 1: Um den Traum vom Brennstoffzellen-Lkw mit großer Reichweite zu verwirklichen, setzt das US-amerikanische Unternehmen Nikola Motor Company auf den E-Motor von Bosch.

Dabei half Bosch bei der Entwicklung der Brennstoffzellentechnik, der Leistungselektronik und der Software. Und die E-Trucks rollen mit einer Reichweiter von 1000 Kilometern über die Highways Kaliforniens – und sind schneller unterwegs als jeder Diesel-Laster. Norwegen werde den Nikola-Truck als erstes europäisches Land einführen.

In Berlin setzt Bosch auf eine Flotte von Elektro-Rollern, die stress- und emissionsfreie Fortbewegung zum kleinen (Miet-)preis ermöglichen. „Coup“ nennt sich das neue innerstädtische Mobilitätsangebot. „Der Trend zur Vernetzung ist eine der treibenden Kräfte in der Automobil- und Mobilitätsbranche“, sagte Heinrichs, früher beim amerikanischen IT-Konzern Cisco tätig. „Bosch weiß alles über das Auto.“ Doch es gehe nicht um die Weiterentwicklung des Dieselmotors. Die Digitalisierung bringt völlig neue Herausforderungen mit sich. „Wir können längst nicht mehr alles selber machen“, räumt Heinrichs ein. Der Automobilzulieferer geht volles Risiko – öffnet seine Entwicklungskapazitäten auch für Außenstehende. „Es gibt draußen Leute, hochspezialisierte Nerds, die warten nur darauf, die IT-Probleme zu lösen.“ Auch künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge werden zum Einsatz kommen, um das Internet der Dinge zu verwirklichen. Das eröffne neuen Perspektiven und erschließe neue Kundenkreise. „Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen die Verkehrsprobleme von heute zu lösen, indem wir stark zur Vision eines emissionsfreien, stressfreien und letztlich unfallfreien Verkehrs beitragen“, ist der Bosch-Manager überzeugt. „Die Fahrzeuge werden sich miteinander unterhalten.“ Autonomes Fahren bedeute weit mehr als selbstfahrend. Sie verarbeiten Informationen wie Falschfahrerwarnungen und Staumeldungen. Die Fahrgäste werden über umliegende Restaurant- und Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld gezielt informiert. Das Auto parken am Flughafen selbstständig ein, während der Reisende schon seine Koffer aufgibt.